Apotheker, ehemals Chef des deutschen Softwarekonzerns SAP , will nun das Geschäftsmodell umkrempeln. Einen Schwerpunkt sollen dabei Angebote bilden, auf die Firmen über das Internet zugreifen können - sogenannte Cloud-Dienste. Im vergangenen Geschäftsjahr trug die Softwaresparte mit 3,6 Mrd. Dollar lediglich einen Bruchteil zum Konzernumsatz bei.
Doch mit der Übernahme von Autonomy würde sich das ändern. Das britische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 870 Mio. Dollar durchforstet für Firmen und Behörden riesige unstrukturierte Datenbestände, etwa E-Mails, Telefongespräche, Videos oder Websites. Angesichts der wachsenden Datenflut sind solche Lösungen gefragter denn je.
Investoren dürften den Berichten über Apothekers Pläne mit gemischten Gefühlen begegnen. "Der Aktienkurs würde berechtigterweise positiv auf die Ausgliederung der PC-Sparte reagieren, weil die Anleger unserer Meinung nach wünschen, dass das Management den Konzern vor allem auf IT-Produkte für Unternehmen und Dienstleistungen ausrichtet", schrieb Aaron Rakers von Stifel Nicolaus am Donnerstag in einer Notiz an Investoren.
Schwertun dürften sie sich mit der Nachricht, dass HP 10 Mrd. Dollar für Autonomy ausgeben will. Der Börsenwert der Firma liegt bei etwa 5,7 Mrd. Dollar. Für HP wäre es die größte Übernahme seit dem Kauf des IT-Dienstleisters EDS vor drei Jahren. Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg die Pläne als Erste meldete, stiegen HPs Aktien um drei Prozent, um danach um 4,2 Prozent auf 30,07 Dollar zu fallen.
Unklar ist, was mit HPs Smartphone- und Tablet-Geschäft passiert. Erst im April hatte der Konzern sich den Smartphone-Hersteller Palm einverleibt. Doch weder den Handys noch dem vor Kurzem auf den Markt gebrachten Tablet-Rechnern ist bislang Erfolg beschert.
Mit Agenturen