Staub- und wasserdicht soll es sein, schreit uns die Werbung entgegen. Panasonic bewirbt sein neues Smartphone namens Eluga massiv. Kein Wunder: Mit dem Modell feiern die Japaner nach mehr als fünf Jahren ihr Comeback auf dem europäischen Markt. Das Gerät im Stile einer Fernbedienung ist mit seinen 103 Gramm ungewöhnlich leicht, 7,8 Millimeter schlank und hebt sich auch auf Grund des ungewöhnlichen Designs von der Konkurrenz ab. Über den Namen haben die Verantwortlichen des Elektronikkonzerns sicher lange gebrütet: Eluga ist ein Akronym für "elegant user-oriented gateway".
Nicht alltäglich ist auch das Hochfahren des Eluga. Obacht: "Achten Sie darauf, dass die Abdeckung fest verschlossen ist, um das Eindringen von Wasser zu verhindern." Den letzten von drei Warnhinweisen beim Hochfahren des Panasonic Eluga habe ich gerade noch mitbekommen. Davor ging es irgendwie um Glassplitter und darum, das Telefon aus irgendwelchen Gründen nicht zu nah ans Ohr zu halten. Dafür sind Handys wirklich nicht geschaffen! Warum drei Texte in so schneller Abfolge auf dem 4,3 Zoll großen Oled-Display eingeblendet werden, dass ich die ersten beiden kaum lesen kann, erschließt sich mir nicht.
Zum Entsperren soll der Nutzer einen von zwei vorgegebenen Bögen nachzeichnen - eine hübsche Idee. Die Oberfläche sieht vielversprechend aus, ihre dunkelblaue Farbgebung erinnert an die neueste Android-Version Ice Cream Sandwich. Doch leider handelt es sich um die alte Variante 2.3.5. Leider kommt ein Update erst in den nächsten Monaten. Und leider ruckelt das Eluga beim Scrollen ganz entsetzlich. Daran ändert auch die von Panasonic derzeit angebotene Aktualisierung der Firmware nichts.
Die Hardware-Ausstattung kann mit derzeitigen Android-Top-Modellen wie dem HTC One X oder dem Samsung Galaxy S 3 bei Weitem nicht mithalten. Acht-Megapixel-Kamera, ein mit 1 Ghz getakteter Zweikernprozessor und lediglich 8 GB interner Speicher sind maximal Durchschnitt.
Der Speicherplatz lässt sich auch nicht aufrüsten, denn es gibt weder einen entsprechenden Kartenslot noch eine Kooperation mit Cloud-Anbietern, die weiteren Online-Speicher gewährt. Besitzer eines HTC One X etwa erhalten 25 GB zusätzlich bei Dropbox, Nutzer eines Samsung Galaxy S 3 gar das Doppelte beim selben Anbieter. Auch der Eco-Mode, der die Bildschirmhelligkeit oder Verbindungseinstellungen wie Wlan und Bluetooth reguliert, ist nichts Neues.
Punkten kann das Eluga mit einem NFC-Chip für mobiles Bezahlen. Allerdings fehlt dafür in Europa im Gegensatz zu Japan noch immer eine flächendeckende Infrastruktur. Zudem lassen sich ähnlich wie bei Samsung Dateien auf andere Geräte des Herstellers streamen.
Dem staub- und wasserdichten Design ist auch der fest verbaute Akku geschuldet. Schöne Marketing-Schlagworte, nur: Von Staubschäden bei anderen Smartphones ist eher selten etwas zu hören. Und wer badet sein Mobiltelefon für eine halbe Stunde in einer Wassertiefe von anderthalb Metern? Entsprechende Tests hat das Eluga nach Konzernangaben unbeschadet überstanden.
Die Werbebotschaft "Panasonic definiert Android neu" verpufft im Orbit. Mit der Betriebssystemversion 2.3.5 und dem alles andere als flüssigen Scrollen ist das Eluga kein Kauftipp. Sollte Ice Cream Sandwich auf dem Gerät bald problemlos laufen, dürfte das Smartphone auf einen Schlag für Individualisten interessant werden, die keinen Vierkernprozessor oder eine Zwölf-Megapixel-Kamera brauchen und lieber 400 statt 600 Euro für ein neues Mobiltelefon ausgeben.
| Panasonic Eluga im Detail | |
| Betriebssystem | Android 2.3.5 |
| Display | 4,3 Zoll |
| Prozessor | 1 GHz Dual Core |
| Integrierter Speicher | 8 GB |
| Quelle: Panasonic | |