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Merken   Drucken   04.11.2011, 11:18 Schriftgröße: AAA

Schwenk beim Chiphersteller: AMD entlässt ein Zehntel der Belegschaft

Der Konzern versucht sich an einer Strategiewende. Um die dafür nötigen Mittel einzusparen, trennt sich AMD von mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter.
Der Chiphersteller Advanced Micro Devices  (AMD) will 1400 Angestellte entlassen. Das entspricht etwa zwölf Prozent der Belegschaft von 12.000 Menschen. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von PC-Prozessoren begründete die Maßnahme mit einem weiterhin schwachen Computergeschäft, vor allem in den USA und Europa, und Verzögerungen bei der Produktion der neuesten Prozessorgeneration. Der bislang größte Schritt des neuen AMD-Chefs Rory Read soll dem Unternehmen im Jahr 2012 200 Mio. Dollar sparen.
Aus Wafern wie diesem werden Computerchips geschnitten   Aus Wafern wie diesem werden Computerchips geschnitten
Read will das eingesparte Geld in die Entwicklung stromsparender Chips, die Eroberung von Märkten in Schwellenländern und das Cloud Computing stecken, kündigte er am Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale an. Der Konzernchef, der vom chinesischen Computerbauer Lenovo  kommt, hatte seinen Job Ende August angetreten, nachdem der AMD-Verwaltungsrat monatelang nach einem neuen Chef gesucht hatte.
Der Konzern hat derzeit keinen leichten Stand. Bei PC-Prozessoren muss AMD sich der Übermacht des Marktführers Intel  erwehren, zudem schwächen sich die Verkäufe branchenweit ab. Wie AMD hat derzeit auch Intel gegen die starke Konkurrenz bei mobilen Prozessoren zu kämpfen. Der Konzern beherrscht mit seinen Chips zwar mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent den Markt für PC und Notebooks. Der schnell wachsende Markt für Smartphone- und Tablet-Computerchips wird jedoch von Herstellern wie Qualcomm  dominiert, die stromsparendere Prozessoren auf der Technologie des englischen Chipdesigners ARM  bauen.
Auch der Strategiechef muss gehen
Der langjährige AMD-Chef Dirk Meyer soll vom Verwaltungsrat zum Rücktritt gedrängt worden sein, weil er nicht entschieden genug auf mobile Chips setzte. Neben Tausenden einfachen Mitarbeitern verlassen laut US-Medienberichten auch Strategiechef Patrick Moorhead und Produktdirektor Carrell Killebrew das Unternehmen.
Das AMD-Management geht davon aus, durch den Stellenabbau alleine im kommenden Jahr 118 Mio. Dollar mehr zur Verfügung zu haben. Im Schlussquartal dieses Jahres fallen aber erstmal Kosten in fast gleicher Höhe für den Umbau an.
Die Mitarbeiter dürften die Stellenstreichungen kalt erwischen. Die früher verlustreiche AMD hatte sich zuletzt etwas berappelt und schwarze Zahlen geschrieben. Im laufenden Quartal will das Unternehmen den Umsatz um rund drei Prozent steigern - mehr, als die meisten Branchenexperten AMD zugetraut hatten.
Einer der Gründe für den jüngsten Erfolg war die Auslagerung der kostspieligen Produktion in eine eigenständige Firma namens Globalfoundries, an der neben AMD vor allem eine Investmentfirma des Emirats Abu Dhabi beteiligt ist. Ein wichtiger Standort von Globalfoundries ist Dresden, wo es zuletzt Produktionsprobleme gab.
12:33:18 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32%  0.2
Intel 20,481 EUR   +0,19%  0.039
Qualcomm 45,645 EUR   -0,11%  -0.05
ARM 491,2 GBp   -0,81%  -4
  • FTD.de, 04.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32% 
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