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Merken   Drucken   16.02.2010, 11:45 Schriftgröße: AAA

Social-Media-Trend: Online-Spiele mischen das Netz auf

Deutsche Spezialfirmen wie Gameforge erzielen hohe Renditen. Den Erfolg wollen sie in soziale Netzwerke tragen und ausbauen. von Andrea Rungg, Karlsruhe
Der Gründer des Karlsruher Onlinespieleherstellers Gameforge will sich mit den Großen der Videospielebranche messen. "Wir versuchen, das Electronic Arts  der Onlinespielebranche zu werden", sagt Klaas Kersting im Interview mit der Financial Times Deutschland.
Electronic Arts (EA) ist neben Activision Blizzard  der weltgrößte Videospielehersteller und erlöste zuletzt 4,2 Mrd. $. Gameforge ist beim Umsatz im vergangenen Jahr erstmals im dreistelligen Millionenbereich angekommen. Eigentlich gefalle ihm der Vergleich mit EA nicht, aber er habe noch keinen besseren gefunden, sagt Kersting. "Wir wollen die Firma werden, die den Markt tatsächlich mitbestimmt und mitgestaltet", so der 30-Jährige.
Geschätztes Wachstum des globalen Videospielmarktes nach Plattform ...   Geschätztes Wachstum des globalen Videospielmarktes nach Plattform in %
Kerstings Vision klingt nach frevelhaftem Übermut. Doch während die klassischen Hersteller von Konsolenspielen mit massiven Umsatzeinbußen und Verlusten kämpfen, sehen Onlinespielehersteller wie Gameforge oder das Hamburger Unternehmen Bigpoint glorreichen Zeiten entgegen. Ihre Umsätze steigen rasant. Und margenträchtig ist das Geschäft auch.
Gameforge und Bigpoint machen ihr Geschäft mit dem Verkauf virtueller Güter. So können Nutzer in einem Spiel etwa ihre Figuren neu ausrüsten und zahlen dafür Kleinstbeträge von maximal 2 Euro. Zum Vergleich: Ein Konsolenspiel kostet bis zu 60 Euro, die Anschaffung einer Spielkonsole nicht eingerechnet. "Onlinespielehersteller halten die Eintrittsbarriere so niedrig wie möglich", erläutert Frank Mackenroth, Partner bei der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers.
Gameforge zählt mittlerweile mehr als 100 Millionen registrierte Nutzer in 55 Ländern. Täglich kommen rund 300.000 Spieler hinzu. Im Geschäftsjahr 2008 erlöste das Unternehmen eigenen Angaben zufolge knapp 62 Mio. Euro. Zum Gewinn äußert sich Kersting nicht. Laut Bundesanzeiger beträgt er über 14 Mio. Euro.
Das vergangene Jahr lief noch besser. "Wir sind jetzt beim Umsatz im dreistelligen Millionenbereich angekommen. Wir haben unseren Umsatz mehr als verdoppelt", so Kersting. Auch die Marge habe wieder gestimmt.
Bei EA dagegen laufen die Geschäfte schlecht. Der Konzern hat allein im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 82 Mio. $ verloren. Auch für das Gesamtjahr läuft alles auf einen Verlust hinaus.
Und während EA im vergangenen Jahr massiv Stellen abgebaut hat, stellt Gameforge weiter ein. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 430 Mitarbeiter. 2010 sollen noch einmal 200 Mitarbeiter hinzukommen. "Die ganzen traditionellen Spielehersteller bauen ab, und da bekommen wir viele erfahrene Mitarbeiter, die aus der Branche kommen und die genau wissen, was sie tun. Von der Erfahrung profitieren wir natürlich enorm", sagt Kersting.
Das Unternehmen hat derzeit 18 Spiele im Angebot. Künftig sollen auch Spiele hinzukommen, die auf sozialen Netzwerken wie Facebook gespielt werden können. "Da müssen wir drauf", sagt Kersting.
Sein derzeit erfolgreichstes Spiel ist "Metin" mit mehr acht Millionen aktiven Spielern in Europa. Zum Vergleich: Der Online-Kassenschlager "World of Warcraft" von Activison Blizzard hat weltweit 11,5 Millionen Nutzer. Doch während Unternehmen wie Activision bis zu 50 Mio. Euro für die Herstellung neuer Spiele ausgeben, investiert Gameforge maximal 1 Mio. Euro in ein neues Spiel. "Unser Geschäftsmodell funktioniert, und ich glaube, wir haben uns eine vernünftige Position aufgebaut. Wenn man den Markt weiterdenkt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir der Gewinner sein werden, sehr, sehr hoch", sagt Kersting.
12:34:04 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Electronic Arts 14,22 USD   0,00%  0
Activision Blizzard 8,19 EUR   -0,12%  -0.01
  • Aus der FTD vom 16.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
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