Gameforge und Bigpoint machen ihr Geschäft mit dem Verkauf virtueller Güter. So können Nutzer in einem Spiel etwa ihre Figuren neu ausrüsten und zahlen dafür Kleinstbeträge von maximal 2 Euro. Zum Vergleich: Ein Konsolenspiel kostet bis zu 60 Euro, die Anschaffung einer Spielkonsole nicht eingerechnet. "Onlinespielehersteller halten die Eintrittsbarriere so niedrig wie möglich", erläutert Frank Mackenroth, Partner bei der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers.
Gameforge zählt mittlerweile mehr als 100 Millionen registrierte Nutzer in 55 Ländern. Täglich kommen rund 300.000 Spieler hinzu. Im Geschäftsjahr 2008 erlöste das Unternehmen eigenen Angaben zufolge knapp 62 Mio. Euro. Zum Gewinn äußert sich Kersting nicht. Laut Bundesanzeiger beträgt er über 14 Mio. Euro.
Das vergangene Jahr lief noch besser. "Wir sind jetzt beim Umsatz im dreistelligen Millionenbereich angekommen. Wir haben unseren Umsatz mehr als verdoppelt", so Kersting. Auch die Marge habe wieder gestimmt.
Bei EA dagegen laufen die Geschäfte schlecht. Der Konzern hat allein im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 82 Mio. $ verloren. Auch für das Gesamtjahr läuft alles auf einen Verlust hinaus.
Und während EA im vergangenen Jahr massiv Stellen abgebaut hat, stellt Gameforge weiter ein. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 430 Mitarbeiter. 2010 sollen noch einmal 200 Mitarbeiter hinzukommen. "Die ganzen traditionellen Spielehersteller bauen ab, und da bekommen wir viele erfahrene Mitarbeiter, die aus der Branche kommen und die genau wissen, was sie tun. Von der Erfahrung profitieren wir natürlich enorm", sagt Kersting.
Das Unternehmen hat derzeit 18 Spiele im Angebot. Künftig sollen auch Spiele hinzukommen, die auf sozialen Netzwerken wie Facebook gespielt werden können. "Da müssen wir drauf", sagt Kersting.
Sein derzeit erfolgreichstes Spiel ist "Metin" mit mehr acht Millionen aktiven Spielern in Europa. Zum Vergleich: Der Online-Kassenschlager "World of Warcraft" von Activison Blizzard hat weltweit 11,5 Millionen Nutzer. Doch während Unternehmen wie Activision bis zu 50 Mio. Euro für die Herstellung neuer Spiele ausgeben, investiert Gameforge maximal 1 Mio. Euro in ein neues Spiel. "Unser Geschäftsmodell funktioniert, und ich glaube, wir haben uns eine vernünftige Position aufgebaut. Wenn man den Markt weiterdenkt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir der Gewinner sein werden, sehr, sehr hoch", sagt Kersting.