Die Deutsche Telekom stützt Mozilla bei der Einführung eines neuen Betriebssystems für Handys. Der DAX -Konzern werde den Amerikanern künftig bei der Entwicklung der Software Boot to Gecko helfen, erfuhr die FTD aus informierten Kreisen. Erste Funktionen des offenen Betriebssystems sollen erstmals kommende Woche auf der Messe Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden. Bereits im zweiten Quartal soll die Software nahezu fertig sein, heißt es bei Mozilla. Die Stiftung ist bislang vor allem für den Internetbrowser Firefox bekannt. "Unsere T-Labs und Mozilla betreiben seit Längerem eine Forschungskooperation", sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstag auf Anfrage. "Zu welchen konkreten Ergebnissen dies führen könnte, möchten wir heute offenlassen."
Die Deutsche Telekom hofft durch das Engagement auf eine Alternative zu den derzeit führenden Betriebssystemen im Smartphone-Markt, Android von Google sowie Apples iOS. Je dominanter einzelne Systeme werden, desto schwieriger haben es Netzwerkbetreiber bei Verhandlungen über den Verkauf der Geräte. Zudem ist es für die Bonner schwer, eigene Dienste wie den Austausch von Fotos oder die Programmierung des heimischen Videorekorders in diese Plattformen zu integrieren. Für Mozilla ist das Betriebssystem wichtig, um im Geschäft bleiben zu können. Die Internetnutzung verlagert sich immer stärker auf mobile Geräte. Auf Smartphones von Samsung , HTC , LG Electronics oder Apple spielt der Browser Firefox jedoch fast keine Rolle.
Mozilla nutzt für sein Betriebssystem nach eigenen Angaben einige Bausteine des Android-Betriebssystems. Zudem setzen die Programmierer der US-Stiftung den im Firefox genutzten Softwarebaustein Gecko ein. Mozilla will damit sicherstellen, dass Handyhersteller keine Probleme haben werden, passende Handys zu bauen. Die Software werde dadurch aber nicht kompatibel mit Googles Android. Große Teile der Funktionen sollen nicht durch Software auf dem Handy verfügbar gemacht werden, sondern über eine mobile Internetverbindung nutzbar sein. Boot to Gecko wäre damit das erste stark internetbasierte Handybetriebssystem. Für den geplanten Start wird Mozilla neben der Telekom weitere zahlreiche Partner benötigen. In der Vergangenheit haben sich alternative Betriebssysteme auf dem Handymarkt schwergetan.