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Merken   Drucken   16.02.2012, 10:54 Schriftgröße: AAA

Spekulationsobjekt: So könnte Apples neues iPad aussehen

Wohl schon bald wird die neue Modellreihe zu haben sein. Noch ehe das neue iPad in den Läden liegt, überschlagen sich Gerüchte über Gestalt und Können. Was ist dran an den Spekulationen? Wie sieht das Produkt aus? Wann ist Verkaufsstart? Ein Überblick.
© Bild: 2011 Bloomberg/David Paul Morris
Wohl schon bald wird die neue Modellreihe zu haben sein. Noch ehe das neue iPad in den Läden liegt, überschlagen sich Gerüchte über Gestalt und Können. Was ist dran an den Spekulationen? Wie sieht das Produkt aus? Wann ist Verkaufsstart? Ein Überblick. von Andreas Albert 
Die Spekulationen zum neuen iPad verdichten sich zu Indizien. Schon bald soll Apple , glaubt man den Insiderinformationen, eine neue Version des Tablet-PC vorstellen, der die Branche umgekrempelt hat. Der Hersteller macht um seine Geräte aus Marketinggründen stets ein Geheimnis. Bisher ist kein geheimer Prototyp aufgetaucht, verschiedene Quellen lassen aber darauf schließen, wie das iPad 3 aussehen könnte. FTD.de untersucht die Gerüchte auf Wahrheitsgehalt.
Ende Januar 2010 präsentierte der damalige Apple-Chef Steve Jobs der Weltöffentlichkeit das iPad. Das Gerät wurde ein durchschlagender Erfolg und definierte eine neue Geräteklasse. Zwar hatte es schon vorher Tablet-PC gegeben, aber mit der Kombination aus Hard- und Software verdrängte das iPad rasch andere Konzepte.
Im vergangenen Jahr stellte Apple das iPad 2 vor, eine verbesserte Version mit Kameras und schnellerem Prozessor. 2011 zeigten auch Wettbewerber wie Samsung , Motorola  oder HTC  eigene Geräte. Doch noch immer beherrscht Apple mit insgesamt mehr als 55 Millionen verkauften iPad den Tablet-Markt deutlich. Der Marktforscher Gartner geht davon aus, dass 2012 rund 103,5 Millionen der schlanken Rechner mit ihrem berührungsempfindlichem Bildschirm abgesetzt werden - das wären fünf Mal so viele wie im vergangenen Jahr. Auf Apple sollen dabei alleine rund 70 Mio. Geräte entfallen.
Die Vorstellung des neuen Modells wird in der ersten Märzwoche erwartet. Auch das iPad 2 wurde Anfang März 2010 vorgestellt. Um den Produktzyklus einzuhalten, wäre dieser Termin logisch und sinnvoll. Der Verkauf könnte schon kurz danach starten. Darauf deuten derzeit alle Indizien hin.
Das Display des iPad 2 unterschied sich mit 1024 × 768 Pixeln nicht von dem des Vorgängers. Von dem neuen Modell wird ein Full-HD-Display erwartet. Mit 2048 x 1536 Pixeln soll es viermal so viele Bildpunkte darstellen können wie das iPad 2, lauten die Gerüchte.
Apple nennt den Bildschirm des neuen iPhone aufgrund der Pixeldichte Retina-Display. Das menschliche Auge kann einzelne Bildpunkte nicht mehr als solche erkennen. Apple wird in die neue iPad-Version mit großer Wahrscheinlichkeit ein besseres Display einbauen.
Das erste iPad musste noch mit einem Single-Core-Prozessor auskommen, dem A4. Der zweiten Version spendierte Apple bereits einen Prozessor mit zwei Rechenkernen, den A5. Wahrscheinlich kommt im neuen iPad ein Chip mit vier Kernen zum Einsatz.
Infografik - Woraus Apples iPad2 besteht   Infografik - Woraus Apples iPad2 besteht
Darauf lässt der größere Rechenhunger eines Full-HD-Displays schließen. Noch ist ein Prozessor mit der Bezeichnung A6 allerdings nicht bestätigt. Theoretisch wäre es auch möglich, einen Dual-Core-Chip mit einer verbesserten internen Grafiklösung einzubauen.
Allerdings verlangen Anwendungen wie der Sprachassistent Siri immer mehr Rechenkapazität, weshalb der Einbau eines Vierkernprozessors wahrscheinlicher ist. Chips mit mehreren Kernen können Rechenaufgaben besser aufteilen und so gleichzeitig mehrere Aufgaben bewältigen.
Außer einem neuen Bildschirm wird das iPad 3 höchstwahrscheinlich noch einige weitere Verbesserungen aufweisen. Am Wahrscheinlichsten ist ein Update der Kamera auf der Rückseite. Sie schafft bisher eine Auflösung von 720p bei Videoaufnahmen. Nähere Details zur Auflösung macht Apple bisher nicht.
Zwar ist die Kamera auf der Gehäuserückseite wegen der Größe des iPad eher nicht zum Fotografieren oder Filmen gedacht, sondern dient vor allem der Nutzung bei Augmented-Reality-Anwendungen, bei denen das Bild der Umgebung mit Informationen angereichert wird. Allerdings kritisieren viele Nutzer die schlechte Qualität bei gelegentlichen Schnappschüssen oder Videoaufnahmen.
Consumer Electronics Show Alle auf das iPad
Schon beim iPhone hat Apple die Qualität der Kamera bei neuen Modellen meist verbessert, zuletzt beim Modellwechsel vom iPhone 4 auf das iPhone 4S. Unklar ist allerdings, ob Apple dem neuen iPad bereits eine Linse mit einer Auflösung von acht Megapixeln spendiert. Dann wäre nicht mehr viel Luft nach oben.
Als relativ sicher gilt die Integration des Sprachassistenten Siri. Die Software ist das Hauptverkaufsargument für das jüngste iPhone. Siri ist ein per Sprachbefehl gesteuerter persönlicher Assistent, der Anfragen beantwortet oder Nachrichten aufnimmt und verschickt. Es ist wahrscheinlich, dass Apple auch seinem Tablet-Rechner die Sprachsteuerung spendiert.
Eine weitere mögliche Neuerung ist die Integration des neuen Mobilfunkstandards LTE. Noch ist der schnelle Datenfunk mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde allerdings nicht weit verbreitet. Das liegt unter anderem am Ausbau des Netzes, den die Betreiber derzeit vorantreiben.
Ein weiterer Grund ist, dass die Chips der vierten Mobilfunkgeneration derzeit noch sehr viel Strom schlucken und so die Akkukapazität belasten. Dies war auch ein Grund, warum Apple LTE nicht in die aktuelle iPhone-Version integriert hat. Darüber hinaus nehmen die Chips noch sehr viel Platz weg, was beim iPad nicht so schwer ins Gewicht fallen würde wie bei einem Smartphone.
Trotz der Nachteile wird sich LTE in diesem Jahr rasant entwickeln. Immer mehr Handybauer setzen auf den neuen Standard. Auch Apple kommt an der vierten Generation nicht vorbei. Allerdings ist es unklar, ob LTE bereits in der dritten iPad-Modellreihe zum Einsatz kommt. Möglich ist, dass die Kalifornier noch eine Generation abwarten. Allerdings dürfte die Konkurrenz dann versucht sein, diesen Punkt in ihren Marketinganstrengungen auszunutzen.
Das iPad 2 war rund ein Drittel dünner und bis zu 15 Prozent leichter als das Vorgängermodell. Technische Veränderungen wie ein besseres Display oder die Nutzung des neuen Mobilfunkstandards LTE weisen darauf hin, dass die Entwicklung wieder in die andere Richtung geht.
Kursinformationen und Charts
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Das neue iPad wird eher breiter sein. Sowohl LTE als auch ein besseres Display verbrauchen mehr Strom. Da Apple die Batterielaufzeit von rund zehn Stunden nicht wesentlich verschlechtern wird, muss auch ein neuer Akku eingebaut werden. All dies deutet darauf hin, dass das Gerät etwas breiter wird.
Einige Beobachter erwarten auch einen neuen Formfaktor. So wird derzeit über ein Modell mit einer Bildschirmdiagonalen von acht Zoll spekuliert. Der im Oktober vergangenen Jahres verstorbene iPad-Erfinder Jobs selbst hat Geräten mit einem anderen Formfaktor stets eine Absage erteilt.
Trotz des Erfolgs einiger Wettbewerber wie Samsung  mit kleineren Geräten ist es wenig wahrscheinlich, dass der neue Firmenchef Tim Cook radikal mit der Produktphilosphie seines Vorgängers brechen wird. Der Markt für günstigere iPad-Versionen wird wahrscheinlich eher wie beim iPhone mit einer verbilligten Version des Vorgängermodells bedient.
  • FTD.de, 16.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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