Die Geräte sollen die Medienbranche umwälzen, gespannt wartete die IT-Branche auf Apples neues Produkt, das iPad. Die Serie gibt einen Einblick in die neue Technik.
Aufschrauben, rausnehmen, bewerten: So gehen die Marktforscher von iSuppli bei ausgesuchten Produkten aus der Welt der Unterhaltungselektronik vor. Apple muss für sein iPad ordentlich in Vorleistung treten, haben die Analysten herausgefunden. Allein der Bildschirm kostet fast 100 $.
Die Komponenten des günstigsten Tablet-Rechners von Apple kosten laut iSuppli 259,60 $. Die Einstiegsvariante ist in den USA seit vergangenem Samstag für 499 $ plus Steuern erhältlich. Beim 699 $ teuren Spitzenmodell mit viermal so viel Speicherplatz und zusätzlicher Mobilfunkanbindung summieren sich die Einzelteile auf 348,10 $. Hinzu kommen Kosten für die Software-Entwicklung, für Vertrieb und Werbung.
Internet-Tablets
Das sind die Rivalen des iPad
Die Kosten der Einzelteile liegen damit in Relation mit denen von Smartphones, deren Verkaufspreis im Schnitt bei 400 bis 600 $ und deshalb unterhalb des iPad liegen. Für das iPhone der neuesten Generation beispielsweise hatte iSuppli Materialkosten von knapp 179 $ ausgemacht, das von Google erste direkt vertriebene Handy Nexus One kostet in der Summe seiner Teile 174 $, das Motorola-Modell Droid 188 $.
Das teuerste Teil des iPad ist der berührungsempfindliche Bildschirm, der nach der iSuppli-Kalkulation 95 $ kostet. Allein das Display treibt die Gesamtkosten deutlich über die von Smartphones. Der von Apple selbst entwickelte Prozessor liegt bei 26,80 $, das Aluminium-Gehäuse bei 10,50 $. Apple habe mehr Chips verbaut als vermutet, sagte iSuppli-Analyst Andrew Rassweiler am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg. Alleine drei Chips seien dafür da, die Fingerbewegungen auf dem Bildschirm zu erfassen. Apple wollte sich dazu nicht äußern.
Der Verkauf des iPad war am Samstag erfolgreich gestartet. Allein am ersten Tag setzte der US-Technologiekonzern mehr als 300.000 Stück ab. Vor den Läden bildeten sich lange Schlangen. Mit dem iPad versucht Apple einen Markt zu beleben, der seit Jahren brachliegt. Bislang waren die schlanken Tablet-Computer mit ihren Touchscreens den Kunden zu teuer, zu kompliziert und schienen kaum Vorteile im Vergleich zu klassischen Notebooks zu haben.
Apple rechnet sich Erfolge aus, weil viele Zusatzprogramme - so genannte Apps - vom iPhone übernommen werden können. Medienhäuser liefern zudem extra elektronische Bücher, Videos oder Nachrichtenseiten zu. Die Deutschen müssen auf Apples neuestes Produkt noch bis zum Monatsende warten. Euro-Preise stehen noch nicht fest. In der Vergangenheit hatte Apple seine Produkte im Euroraum meist zum Dollar-Preis verkauft, also nur das Währungszeichen ausgetauscht.
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