Der weltgrößte Netzausrüster Cisco ist trotz einer zurückhaltenden Ausgabenpolitik bei Unternehmen und Regierungen gewachsen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 11,6 Mrd. Dollar. Pro Aktie lag der Gewinn ohne Sonderposten bei 48 Cent und übertraf damit die Expertenschätzungen um 1 Cent.
Im nachbörslichen Handel gerieten Cisco Systems -Titel am Mittwoch stark unter Druck: Zuletzt rauschten die Aktien um mehr als neun Prozent in die Tiefe. Grund dürfte die pessimistische Prognose sein: Die Erwartungen an das laufende Quartal liegen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis unter den bisherigen Annahmen des Marktes.
Das solide Quartal sei Cisco gelungen, obwohl sich die Kunden mit der Anschaffung neuer IT allgemein eher zurückhielten, sagte Konzernchef John Chambers. "Wir spielen unsere Konkurrenten weiterhin an die Wand." Cisco stellt vor allem Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik der Kalifornier steckt in den meisten Firmennetzwerken und sorgt auch dafür, dass das Internet läuft.
Cisco profitiert vom Trend, dass immer mehr Anwendungen, Daten und IT-Dienstleistungen in die Cloud verlagert werden, also auf große Rechner im Internet. Der Datenumschlag läuft über Cisco-Maschinen. Intelligente Netzwerke seien niemals wichtiger gewesen als heute, sagte Chambers.
Cisco hatte noch im vergangenen Jahr unter einem schwächelnden Geschäft gelitten. Chambers legte daraufhin ein Sparprogramm auf und trennte sich von Tausenden Mitarbeitern. Das Produktportfolio wurde radikal verschlankt. Unter anderem verabschiedete sich der Konzern vom Geschäft mit seinen Flip-Videokameras. Mit aggressiveren Preisen versucht das Unternehmen zudem, seinen Konkurrenten wie Juniper Networks oder Huawei Kunden abzuwerben.
In Europa, dem Nahen Osten und Afrika kletterten die Umsätze lediglich um 4,6 Prozent, in Amerika sogar nur um 3,2 Prozent, teilte der Konzern weiter mit. Erfreulich entwickelten sich die Auftragseingänge in Indien, wo sie um 44 Prozent wuchsen und China, von wo 16 Prozent mehr Aufträge eingegangen waren. Analysten warnten, die Technologieausgaben von Unternehmen und Regierungen blieben schwach. Zudem sei die Konjunkturentwicklung in Europa und den USA weiter unsicher.