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Merken   Drucken   23.05.2012, 09:39 Schriftgröße: AAA

Übernahmen statt Innovation: SAP verspielt Glaubwürdigkeit

Nicht durch Übernahmen, sondern Innovation wachsen. Das Mantra der SAP-Chefs verliert nach der nächsten Milliardenübernahme an Glaubwürdigkeit - sie müssen sich bald etwas Neues überlegen.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Fredrik von Erichsen
Kommentar Nicht durch Übernahmen, sondern Innovation wachsen. Das Mantra der SAP-Chefs verliert nach der nächsten Milliardenübernahme an Glaubwürdigkeit - sie müssen sich bald etwas Neues überlegen.
von Annika Graf, Mannheim

Wer SAP  kennt, kennt diesen Satz. "We innovate the future and don't consolidate the past." Übersetzt heißt das, aus eigener Kraft und durch Innovationen wachsen, nicht durch Übernahmen. Ein Seitenhieb auf Oracle -Chef Larry Ellison, der seinen US-Konzern jahrelang mit Hilfe von Übernahmen in alle Richtungen ausbreitete. So langsam verliert das Mantra von Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe an Glaubwürdigkeit. Am Dienstag kündigten sie die Übernahme von Ariba für 4,3 Mrd. Dollar an. Der dritten Milliardenzukauf während ihrer gut zweijährigen Amtszeit und der drittgrößte Zukauf in der Firmengeschichte.

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Doch der Schwenk ist nicht unbedingt schlecht. SAP kauft in Bereichen zu, in denen der Konzern nicht aus eigener Kraft gewachsen wäre.

Cloud-Computing - Dienste und Software, die über das Internet angeboten werden - und ein Bereich, in dem der Konzern aus eigener Kraft auch nach jahrelangen Anstrengungen 2011 erst 18 Mio. Euro Umsatz schaffte. Bis 2015 sollen es 2 Mrd. Euro sein. Schon die Übernahme von Succesfactors im Februar ging in diese Richtung. Mit Ariba kauft sich SAP nun nicht nur eine neue On-Demand-Software-Lösung zur Abwicklung von Transaktionen, sondern auch eines der größten Handelsnetzwerk für 700.000 Firmenkunden. Deren Aufbau hätte - auch unter den 190.000 SAP-Kunden - Jahre gebraucht.

Im jungen Cloud-Geschäft schießen die Firmen wie Pilze aus dem Boden. Ein etablierter Anbieter wie SAP muss zusehen, wie er mit der Entwicklung Schritt halten kann. Wenn das aus eigener Kraft nicht funktioniert, eben mit Übernahmen. Die Programmierer der Walldorfer, die sich auf komplizierte Firmenanwendungen spezialisiert haben, kommen in der Geschwindigkeit nicht hinterher - auch wenn einige von ihnen im Silicon Valley sitzen und den neuen Startups gewissermaßen in die Augen blicken. Deshalb wird Ariba sicher nicht der letzte Zukauf gewesen sein - es müssen ja nicht gleich wieder Milliarden sein. Und vielleicht bräuchte es auch mal einen Slogan. Consolidate the Future, vielleicht.

 

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  • FTD.de, 23.05.2012
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Kommentare
  • 23.05.2012 10:36:07 Uhr   moneypenny: Cloud vernebelt die Köpfe der SAP Chefs

    Chapeau - die Marketing-Masters-of-the Universe in USA haben es mal wieder geschafft, ein uralt-ASP-Geschäft mit dem aktuellen Hype-Etikett "Cloud" zu versehen und damit die Bewertung der wachstums- und margenschwachen Ariba, eines 16 Jahre alten Dino der ersten Internet-Bubble-Ära, flugs in eine absurde Dimension aufzublasen und dann das Ganze der inzwischen unter der Ägide ihres Übervaters Plattner plan- und innovationslos umherirrenden SAP unterzujubeln.
    Anlageempfehlung: Strong Sell.

  • 23.05.2012 09:30:03 Uhr   m3ph: Nicht Technologie, sondern Nutzer..
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