Fastweb-Gründer Silvio Scaglia
Der Haftbefehl ist Teil einer spektakulären Razzia, die Italien am Mittwoch erschüttert hat. 56 Haftbefehle wurden insgesamt ausgesprochen, viele Verdächtige wurden bereits verhaftet. Der Fall hat die besten Zutaten, die Italien zu bieten hat: Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Korruption - und natürlich die 'Ndrangheta.
Der Mafiaverdacht fällt in Italien natürlich schnell und oft. Aber dieser Fall ist anders, diesmal trifft es Topmanager und hochrangige Politiker. Teil des Betrugsnetzwerks soll neben Fastweb - mit 1,8 Mrd. Euro Umsatz eines der größten Telekomunternehmen des Landes - auch Sparkle sein, eine Tochter von Telecom Italia, ein börsennotiertes Unternehmen. Das ist eine neue Dimension, es ist das erste Mal, dass der Verdacht über Mafiamachenschaften in bedeutende Unternehmen hineinreicht.
Der zuständige Untersuchungsrichter Aldo Morgini spricht von "einem der kolossalsten Betrugsfälle in der Geschichte Italiens". "Ein Erdbeben", sei das, sagt Maurizio Dècina, Professor an der Politecnico von Mailand. Es ist der größte Betrugsskandal seit dem Zusammenbruch des Lebensmittelkonzerns Parmalat 2003.