Bilderserie
Bilderserie: Trauer und Entsetzen in Winnenden
Bei der Suche nach einem Motiv, für die Bewältigung von Leid und Trauer über 16 Tote spielt der Kommunikations-GAU des Heribert Rech nur eine Nebenrolle. Doch was sich seit dem Blutbad von Winnenden abspielt, ist eine Zäsur in der Mediengeschichte der Republik. Erstmals und dann gleich mit der vollen Wucht eines Amoklaufs bekommt eine breite Öffentlichkeit die Chancen vom Web 2.0 mit seinen sozialen Netzwerken, Twittern oder Blogs vor Augen geführt - aber auch dessen Gefahren.
Ist das neue Internet eine grenzenlose Quelle kostenloser Informationen für jedermann oder bloß ein Tummelplatz für Scharlatane und Lügner? Diese Frage wühlt gerade Millionen von Usern auf. "Die Katastrophe von Winnenden ist der erste Fall in Deutschland, der eine bedeutende Debatte um das Web 2.0 nach sich zieht", sagt Christoph Neuberger, Medienwissenschaftler der Universität Münster und Experte für Internetkommunikation.
Wem kann man noch trauen? Selbst den staatlichen Ermittlern mit ihrem exklusiven Zugang zu vielen Informationen fällt es ungemein schwer, zwischen wahren und falschen Nachrichten und Profilen im Web 2.0 zu unterscheiden, zwischen einer verlässlichen Quelle und Scherzkeksen, Wichtigtuern oder Forentrollen. Zugleich setzt das Internet mit seiner Flut aus immer neuen Nachrichten und Gerüchten die Behörden, Politiker und auch konventionelle Medien unter Druck, schneller als bisher Nachrichten zu verbreiten, das Tempo des WWW mitzugehen - und dabei Fehler zu machen.