Die beiden Youtube-Gründer Steve Chen (l.) und Chad Hurley in einer Videobotschaft
Mit dem Geschäft, das an die Hochzeiten des ersten Internetbooms Ende des 20. Jahrhunderts erinnert, katapultiert sich Google in die erste Liga in der neuen Internetwelle, die unter dem Begriff Web 2.0 für Furore sorgt. Hinter dieser Chiffre versammeln sich Internetdienste, bei denen nicht mehr Unternehmen die Inhalte vorgeben, sondern Nutzer selbst liefern, was andere Nutzer zu sehen bekommen. Weltweit werden derzeit Millionen Texte, Fotos oder Videos auf solche Internetplattformen hochgeladen, deren Popularität schier unaufhaltsam wächst. Allein auf der Youtube-Webseite werden nach Firmenangaben täglich rund 100 Millionen Videos angeschaut.
Der gewaltige Sog dieser Startups versetzt die Branche in Unruhe - etablierte Unternehmen wie
Yahoo ,
Ebay oder
Microsoft , aber auch Medien- und Werbekonzerne. Sie fürchten, dass ihnen ganze Generationen als Leser und Zuschauer verloren gehen.
Schließlich liegen Zeitungen und Magazine bei Jugendlichen längst abgeschlagen in der Gunst hinter Handy und Computer zurück. Und angesichts des rasanten Wachstums der Web-2.0-Angebote wurde selbst Internetprimus Google nervös.
Die Amerikaner kamen bislang mit ihrem eigenen, wenig beliebten Angebot namens Orkut kaum in der neuen Welt der sozialen Netzwerke voran. Ihr ärgster Konkurrent Yahoo war da schon einen Schritt weiter: Mit Flickr und Delicious sicherte sich Yahoo bereits vor Monaten zwei angesagte Web-2.0-Dienste. Und ein Ende des Bieterrennens ist noch nicht in Sicht: Glaubt man Insidern, buhlen Yahoo, der Medienkonzern Viacom sowie der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft um das noch unabhängige Kontaktportal
Facebook.com. Möglicher Kaufpreis: rund 1 Mrd. $.