Lange wähnten sich die Hightech-Firmen im Silicon Valley sicher vor der Finanzkrise an der Ostküste. Jetzt stellen auch sie sich auf finstere Zeiten ein
Doch in diesen turbulenten Zeiten ist vieles unbegreiflich. Die Wall-Street-Malaise erreicht fast täglich eine neue Eskalationsstufe. Selbst im Silicon Valley, wo der legendäre kalifornische Optimismus mit noch mehr Hingabe gelebt wird als sonst wo im Golden State, macht sich das flaue Gefühl breit, dass wenige Jahre nach dem Platzen der Dotcom-Blase erneut schwere Zeiten anstehen. Und das obwohl hiesige Startup-Unternehmer keine Geschäftsbeziehungen zu Pleitebanken wie Washington Mutual haben.
Noch sind die Auswirkungen der Krise mehr spür- als sichtbar, aber keiner glaubt noch ernsthaft, dass das Technologietal am Pazifik davonkommt. "Der Glaube, dass das Silicon Valley gegen die Krise an der Wall Street immun ist, hat sich verflüchtigt", stellt Kevin Kelleher vom einflussreichen Tech-Blog GigaOm fest. Der Seriengründer Jason Calacanis, der mit seiner Suchmaschine Mahalo gegen Giganten wie Google antritt, wird deutlicher: "Jeder, mit dem ich spreche, ist verwirrt, paralysiert und besorgt - und viele leiden unter Depressionen", schreibt er in einem im Silicon Valley viel beachteten Blogeintrag "Startup Depression". Sein Fazit: Die Angst sei berechtigt. Schließlich kommen ein Fünftel aller IT-Ausgaben aus dem Finanzsektor.