Stiller Chef: Terry Gou spricht nicht gern über seinen Erfolg
In aller Stille hat Terry Gou, der Gründer und Chef des Foxconn-Mutterkonzerns Hon Hai Precision Industry, in den vergangenen Jahren einen Giganten der Elektronikindustrie geschaffen. 2008 setzte sein Unternehmen 62 Mrd. $ um und beschäftigt 486.000 Mitarbeiter. Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" führt Gou in der Liste der reichsten Menschen der Erde auf Platz 334 - mit einem Privatvermögen von 2 Mrd. $. Auf der Liste der weltgrößten Unternehmen des US-Wirtschaftsmagazins "Fortune" landete die Aktiengesellschaft auf Rang 109. Doch die Methoden des Konzerns sind umstritten.
Wie Jobs startet auch Gou seine Karriere in einer Garage. 1974 fängt er an. Mit 7500 $ Startkapital baut er eine Produktion von Plastiksteckverbindungen für Fernseher auf. Anders als der Apple-Chef hat er aber seine Produkte nie marktschreierisch angepriesen. Im Gegenteil. Gou ist Meister des Schweigens. Wären die Umstände des Todes Sun Dayongs nicht polizeilich untersucht worden, gäbe es bis heute keine offizielle Bestätigung dafür, dass Foxconn das iPhone baut. "Wir können über unsere Kunden nichts sagen, sonst verletzen wir unsere Geheimhaltungspflichten", erklärt ein Mitglied der PR-Abteilung Hon Hais - um sofort hinzuzufügen, dass er auch damit nicht zitiert werden will.
Die Geheimniskrämerei ist aber nur ein Teil des Erfolgs von Hon Hai. Gou reagiert schnell und geschmeidig auf Veränderungen in Wirtschaft und Politik. Anfang der 80er-Jahre verteilt Taiwans Regierung Subventionen an Familienbetriebe, die neben der Auftragsfertigung von Fernsehern und Taschenrechnern auch ins PC-Geschäft einsteigen. Gou ist dabei. Erst werden wieder Plastikteile, diesmal für Computer, produziert, dann kommen elektronische Bauteile hinzu. Die US-Computerkonzerne kaufen gern bei den Billigzulieferern ein. Die wiederum sammeln schnell Wissen an. Bald sind sie in der Lage, komplette Rechner zu bauen.