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Mit dieser Summe könnte Apollo bis zu 29 Prozent an Infineon erwerben. Der Investor strebt einen Anteil von mindestens 15 Prozent an.
Im Rahmen der Kapitalerhöhung will Infineon seinen Altaktionären Bezugsrechte für die neuen Aktien anbieten. Anteile, die die Alteigner nicht kaufen, greift Apollo ab - und könnte damit größter Aktionär werden. Derzeit hält der Investmentfonds Dodge & Cox aus San Francisco mit zehn Prozent den größten Anteil.
Der Deal löst zwar die Geldprobleme des zuletzt finanziell angeschlagenen Unternehmens. Strategisch stürzt er einen der wenigen technologisch führenden deutschen IT-Konzerne jedoch in Unwägbarkeiten: Fonds wie Apollo versprechen ihren Geldgebern zweistellige Renditen. Infineon hat aber noch nie Dividenden ausgeschüttet. Apollo könnte auf einen noch härteren Sparkurs dringen, um in einigen Jahren mit Gewinn wieder auszusteigen - womöglich über eine Fusion mit einem anderen Chiphersteller.
Im Aufsichtsrat gab es deswegen Bedenken. Im Detail wurde kritisiert, dass die Summe von rund 700 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch sei wie Infineons tatsächlicher Kapitalbedarf. Das Management erfülle mit dem großen Aktienpaket nur Apollos Wunsch nach möglichst hohem Einfluss. Geplant ist ein Bezugspreis von 2,15 Euro. Gestern schloss die Infineon-Aktie bei 2,58 Euro.
Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley und Vorstandschef Peter Bauer hatten sich in den vergangenen Tagen für Apollo starkgemacht. Mit der hohen Summe sichere sich Infineon einen Kapitalpuffer für schwere Zeiten. Infineon hatte zwar im ersten Halbjahr bei einem Umsatz von 1,6 Mrd. Euro einen Nettoverlust von 662 Mio. Euro geschrieben, zuletzt allerdings einen operativen Gewinn in Aussicht gestellt. Noch vor zweieinhalb Jahren hatte sich Kley gegen Avancen von Private-Equity-Fonds heftig gewehrt.
Teil 2: JP Morgan wird Apollo beim Einsammeln der Bezugsrechte unterstützen