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Merken   Drucken   05.09.2012, 19:58 Schriftgröße: AAA

Angeschlagener Handyhersteller: Neue Lumias können den Nokia-Brand nicht stoppen

Leitartikel Schlecht sind die neuen Hoffnungsträger von Nokia beileibe nicht. Doch zu erwarten, sie würden den einstigen Weltmarktführer retten, wäre wie die Hoffnung, den Brand einer Ölplattform mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle bringen zu können.

Nokia  hat keine schlechten neuen Vorzeige-Smartphones anzubieten: Das Lumia 920 und das kleinere 820 sehen modern aus, können tolle Fotos machen, bieten ein 3-D-Navigationssystem und haben einen starken Akku eingebaut, der kabellos geladen werden kann. Den Konzern mal eben retten können diese Vorzeige-Smartphones aber nicht. Die brennende Ölplattform, als die Nokia-Chef Stephen Elop den finnischen Konzern Anfang 2011 beschrieb, ist längst nicht gelöscht. Er probiert nur zwei neue Feuerlöscher aus.

Nokia-Chef Stephen Elop   Nokia-Chef Stephen Elop

Noch immer verliert Nokia Marktanteile an Apple  und an Hersteller wie Samsung , LG oder HTC, die auf das populäre Betriebssystem Google Android setzen.

Daran konnte bislang auch die Partnerschaft mit Microsoft wenig ändern. Ausgesprochen spät gaben die Finnen ihre eigene Betriebssoftware auf und gingen eine Kooperation mit den Softwareexperten ein. Und lange brauchten sie, um daraus ein marktfähiges Produkt zu kreieren. Diese strategischen Fehler der Vergangenheit lassen sich nicht über Nacht beheben. Zeit zum Wechseln, fordert Elops Unternehmen die Kunden auf. Nokia und Microsoft aber müssen den Kunden nun beharrlich erklären, warum sie das tun sollten. Gleichwertig mit Apple oder Android-Handys zu sein wird nicht ausreichen.

Dafür hat das Duo durchaus Alleinstellungsmerkmale aufzubieten, auf die es setzen kann. Da sind etwa der kostenlose Musikstreamingdienst Nokia Music, die Navigationssoftware oder die mögliche Einbindung der verbreiteten Videotelefoniesoftware Skype, die inzwischen Microsoft  gehört. Und: Anders als Android-Hersteller muss sich Nokia derzeit keine Sorgen um Patentklagen machen. Jetzt muss Elop all das nur noch den Kunden vermitteln - und ihnen die Angst nehmen, dass sie auf eine sinkende Plattform wechseln. Das geht nicht von heute auf morgen, auch nicht mit den neuen Lumia-Handys.

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  • Aus der FTD vom 06.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 06.09.2012 14:36:00 Uhr   Thomas Kluge: @Holger

    Das sehe ich anders. Zum einen sind diese Dienste besser integriert als bloße Apps - zum anderen ist gerade die Navigation offline - es entsteht kein Traffic. Das widerum bedeutet, dassder Anwender seine Bandbreite anders nutzen kann. Auch die Kamerafunktion ist einmalig.
    Das Bedienkonzept von Windows Phone 8 ist denen von iOS und Android um längen überlegen.
    Skype gehört übrigens Microsoft...
    Es gilt immer: Der Kunde entscheidet.
    Ich werde mir das Lumia 920 jedenfalls holen

  • 06.09.2012 08:00:02 Uhr   Holger: Nokia
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