Mit dem Einstieg ins Cloud-Computing sind für Unternehmen enorme Chancen verbunden. Wie das Ganze funktioniert, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind – und was viele Firmen dennoch zögern lässt.
Sie tauchen plötzlich auf und fressen sich in den Sprachschatz der Konsumenten: Vokabeln aus dem Bereich des Internets. Was vor ein paar Jahren die App war, ist nun die Cloud. Ohne Datenwolke - gigantische Informationsspeicher im Web - geht kaum noch etwas, vor allem nicht bei großen Softwarekonzernen. Auch das Stichwort Online-Security wird immer bedeutender, spätestens seit zahllosen Hackerangriffen auf bekannte Adressen.
Wie wichtig Cloud Computing geworden ist, zeigt sich an den nervösen Aktivitäten vieler Softwarekonzerne. So hat SAP kürzlich den amerikanischen Konzern Ariba übernommen. Das Unternehmen ist gemessen am Umsatz der zweitgrößte Cloud-Anbieter weltweit. Ariba verfügt über eine branchenweit führende Technologie und eine große internetbasierte Handelsplattform, die Unternehmen dabei unterstützt, ein globales Partnernetzwerk in der Datenwolke aufzubauen. 2011 stieg der Umsatz des Unternehmens um 40 Prozent auf 444 Mio. Dollar.
Beim Cloud Computing geht es primär darum, Rechenleistung und Speichervolumen zu vernetzen und dann abzurufen, wenn sie wirklich gebraucht werden. Die führenden Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Datenzentren errichtet, deren Nutzung entweder pro Recheneinheit oder im Paket abgegolten wird.
Große Akteure im Geschäft sind zum Beispiel die US-Konzerne Netsuite , Red Hat oder Teradata . Sie hat EFG Financial Products zusammen mit zwölf anderen Firmen in einem Cloud-Computing-Zertifikat (ISIN: CH0127998315) gebündelt. Das Papier ist seit April 2011 am Markt und wurde zu 100 Euro emittiert. Aktuell kostet es 121,70 Euro. Das bedeutet seit Auflage ein Plus von gut 20 Prozent.
Im Vergleich zum Gesamtmarkt zeigt das Zertifikat geringe Schwankungen und kann Fans des Cloud-Sektors empfohlen werden. Die Dividenden werden in den Index reinvestiert. Anleger müssen jedoch die Geld-Brief-Spanne (Spread) von 1,5 Prozent und die jährliche Verwaltungsgebühr von 1,2 Prozent berücksichtigen. Der Index wird halbjährlich und bei Übernahmen angepasst. Deshalb ist auch Ariba seit Anfang Oktober nicht mehr darin vertreten.
Das gleiche Prozedere gilt auch beim EFG-Themenzertifikat auf Online-Security (ISIN: CH0131580950). Structured Solutions als Indexanbieter setzt darauf, Firmen abzubilden, die im Bereich der IT-Sicherheitssysteme aktiv sind. Beispiele, die viele Nutzer von eigenen Anwendungen kennen, sind Symantec oder Vasco Data Security aus den USA. Bedingungen für eine Aufnahme in den Index sind eine Marktkapitalisierung von mindestens 100 Mio. Dollar und ein täglicher Handelsumsatz von mehr als 500.000 Dollar. Enthalten im Index sind derzeit elf Unternehmen.
Seit Emission im Juli 2011 hat das Papier beinahe 26 Prozent zugelegt - eine stattliche Performance, die allerdings etwas volatiler verlief als beim Cloud-Computing-Papier. Im Vergleich dazu hat der amerikanische Technologieindex Nasdaq 100 ein Plus von lediglich rund 14 Prozent vorzuweisen. Auch in dieses Zertifikat können Anleger, die das Thema Onlinesicherheit spielen wollen, somit getrost investieren.