"In etwa 18 Monaten können wir sagen, wie interaktives Fernsehen per DSL aussehen könnte", sagte Arcor-Chef Harald Stöber der FTD. "Wir suchen noch, wie wir das umsetzen können." Mit dem Vorstoß greift das Unternehmen vor allem die deutschen TV-Kabelnetzbetreiber an. Sie kündigen schon lange an, ihre Netze für Digitalfernsehen und Internet aufrüsten zu wollen. Passiert ist nur wenig.
Der Einbau eines Rückkanals ins Kabel ist teuer. Nur so können Kabelkunden aber nicht nur Programme empfangen, sondern auch eigene Informationen senden. Reaktionen auf TV-Spiele oder das Ordern zusätzlicher Informationen könnte den Anbietern somit zusätzliches Geld in die Kassen bringen. Medienkonzerne sehen dies derzeit als ein interessantes Zusatzgeschäft.
Arcor-Chef Stöber will das TV-Gerät per WLan-Funknetz mit DSL-Anschlüssen verbinden. Auch Videos auf Abruf seien interessant. In das Geschäft mit eigenen Inhalten wie TV-Programmen werde Arcor sich aber nicht einmischen. "Wir werden nicht Bertelsmann ersetzen", sagte er. Aber das DSL-Netz wird für den TV-Empfang aufgerüstet. Auch Rivalen wie die Telekom und Versatel bauen ihre Netze für TV-Dienste aus.
Dies soll das DSL-Geschäft aufwerten. Von April bis Dezember 2004 hat Arcor die Zahl der DSL-Kunden um 118 Prozent auf 300.000 erhöht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 145 Prozent auf 155 Mio. Euro, der Umsatz um 13 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro.