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Auf Sand gebaut: Ein Investor aus Abu Dhabi hat in Dresden Großes vor
Abu Dhabi will sich mit Milliardensummen zur Hightech-Oase aufschwingen. Dresden spielt für Ibrahim Ajami als Chef der arabischen Investmentgesellschaft dabei eine große Rolle. Dem Chipfertiger Globalfoundries steckt er ehrgeizige Ziele.Direkt erreichen kann Ibrahim Ajami Dresden nie. Sein Flieger aus Abu Dhabi landet in Frankfurt oder München. Dort muss der Chef der arabischen Investmentgesellschaft Atic dann umsteigen, um nach Sachsen zu kommen. Doch Ajami scheut den Aufwand nicht: Rund einmal im Monat ist er in Dresden, um beim Chipauftragsfertiger Globalfoundries nach dem Rechten zu sehen. Das Emirat steckt Milliarden in das Unternehmen - und der 35-Jährige trägt die Verantwortung.
Der Wüstenstaat muss sich - wie auch Dubai - unabhängig von den schwindenden Ölreserven machen. Während Dubai voll auf den Tourismus setzt und sich zuletzt mit gigantischen Prestigeprojekten verhob, verfolgt Abu Dhabi eine leisere und langfristigere Strategie: Das größte der Vereinigten Arabischen Emirate will sich zur Hightech-Oase wandeln. Eine wesentliche Rolle soll dabei die Halbleiterindustrie spielen. Innerhalb nur eines Jahres sicherten sich die Araber eine führende Position in der Chipbranche: Im Oktober 2008 kündigt Abu Dhabi an, die Mehrheit an einem Joint Venture mit dem Prozessorenhersteller Advanced Micro Devices (AMD ) und damit auch faktisch dessen Chipproduktion in Dresden zu übernehmen. Die Araber versprechen ein Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 7,4 Mrd. $ für die nächsten fünf Jahre.
Ende 2009 landet Ajami den nächsten Coup: Für rund 1,8 Mrd. $ erwirbt Atic den defizitären Chipauftragsfertiger Chartered Semiconductor aus Singapur und verschmilzt diesen mit Globalfoundries. Die Araber verschaffen sich mit dem Zukauf Zugang zu weiteren Produktionskapazitäten und rund 150 Kunden mit Schwergewichten wie IBM und Qualcomm . Globalfoundries steigt zum weltweit zweitgrößten Chipauftragsfertiger hinter TSMC aus Taiwan auf.
Ajami legt die Latte hoch: Bis 2012 erwartet er eine Verdopplung des Umsatzes auf rund 5 Mrd. $. Globalfoundries müsse in den nächsten drei Jahren kräftig an Größe gewinnen und die Milliardeninvestitionen rechtfertigen. Denn Ajami weiß: "Kunden schlafen besser, wenn man profitabel ist."
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10.03.2010
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