"Unsere Kunden kommen nur zu uns, wenn sie ein Fahrzeug kaufen oder verkaufen wollen. Jetzt wollen wir die Nutzer stärker an uns binden und unser Angebot mit neuen Marktplätzen und Dienstleistungen verbreitern", sagte Autoscout-Chef Nicola Carbonari der FTD. Denn der Wettbewerb werde schärfer, erwartet der Manager. "Google könnte bald stärker in das Geschäft einsteigen", sagte er.
Schon jetzt ringt Autoscout mit dem stärker werdenden Rivalen Mobile.de. Nachdem der Kontrahent seit einigen Monaten Privatanzeigen wie schon Autoscout kostenlos anbietet, liefern sich die Unternehmen nun in Deutschland ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im März verzeichnete Autoscout nach Daten des Marktforschers Nielsen Netratings fast zwei Millionen verschiedene Besucher im deutschen Markt, Mobile.de lag knapp dahinter. Europaweit liegt Autoscout24 mit 3,7 Millionen Nutzern jedoch weit vor dem Rivalen, der nach den Nielsen-Daten dort rund zwei Millionen Besucher zählte.
Bis zu 40 Mio. Euro werde Autoscout in den Aufbau neuer Geschäftsfelder und bessere Suchtechniken investieren, kündigte Carbonari an. "Die Kleinanzeigen werden unser Kerngeschäft bleiben. Dazu kommen zwei bis drei weitere Marktplätze", sagte der Manager.
So solle nächstes Jahr ein Servicemarktplatz etwa mit Offerten von Werkstätten starten. Zudem sieht Carbonari Chancen in Angeboten wie Finanzdienstleistungen, Teilen und Zubehör oder Inspektionen. Unter einem Portal Myautoscout will er darüber hinaus Nutzern anbieten, ihre Fahrzeuge und etwa anstehende Abgasuntersuchungen oder die nächste Finanzierungsrate zu verwalten. "Auch Ratgeber und Diskussionsforen sind denkbar", sagte Carbonari. "Wir wollen alle Autothemen abdecken und die Nutzer so länger auf der Website halten."
Lohnend ist der Versuch allemal, die Konkurrenz in Schach zu halten: Auf rund 30 Prozent schätzen Experten die Umsatzrendite bei Autoscout.