Der E-Plus-Mutterkonzern KPN hat den geplanten Verkauf der belgischen Mobilfunktochter Base abgesagt. Die eingegangenen Gebote seien enttäuschend gewesen, teilte KPN am Mittwoch mit.
In den Offerten habe sich die schwierige Lage an den Finanzmärkten widergespiegelt. KPN-Großaktionär America Movil vom mexikanischen Telekom-Milliardär Carlos Slim sprach sich daher für den Verbleib von Base unter dem Dach der niederländischen Mutter aus.
Reuters-Recherchen zufolge hatten mehrere Konzerne Interesse an einer Übernahme gezeigt. So sollen die Mediengruppe De Persgroup, die Finanzinvestoren Blackstone , Providence und Cinven sowie der Kabelkonzern Telenet unverbindliche Offerten für Base unterbreitet haben.
KPN wollte ursprünglich bis September einen Käufer für Base finden. Dieser sollte bis zu 1,7 Mrd. Dollar für die Tochter zahlen. KPN wollte mit dem Verkauf des Mobilfunkanbieters seine Schulden reduzieren.
Der abgeblasene Verkauf wirft auch ein Schlaglicht auf die schwierige Lage der Mobilfunker in Europa. Das stagnierende Geschäft mit Telefonie und Internetanschlüssen, ein harter Wettbewerb sowie die Preisregulierung durch die EU und nationale Aufsichtsbehörden setzten den Telekomunternehmen zu. Gleichzeitig müssen sie Milliarden in den Ausbau ihrer Netze investieren, um des explosionsartig steigenden Datenverkehrs Herr werden zu können.
Slims Mobilfunkkonzern América Móvil hält 28 Prozent an KPN und hat damit effektiv die Kontrolle. Der mexikanische Milliardär mischt sich seit seinem Einstieg bei KPN aktiv in die Geschäftspolitik des Mobilfunkbetreibers ein und hatte jüngst beispielsweise dafür gesorgt, dass die Dividendenausschüttung des Mobilfunkers drastisch gekürzt wird und damit mehr Geld in der KPN-Kasse bleibt.