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24.05.2011, 11:38
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Betriebssystem Meego:
Intel kämpft um mobilen Hoffnungsträger
Nach der Absage von Nokia versucht Intel alleine, Meego anzuschieben. Tablet- und Handyhersteller reißen sich nicht um das offene Betriebssystem für mobile Geräte. Die Meego-Entwickler sind frustriert, aber dennoch hoffnungsvoll.
von Helene Laube, San Francisco
Der Auftritt des Chef der Linux Foundation auf der Meego-Entwicklerkonferenz bot das passende Bild für den Stand des Betriebssystems für mobile Geräte. Jim Zemlin, der sich vor ein paar Wochen beim Skilaufen das Bein brach, humpelte am Montag mit Krücken auf die Bühne im Hyatt Hotel in San Francisco. Auch Meego hinkt - und zwar meilenweit hinter Konkurrenten von
Apple ,
Google und sogar
Microsoft her.
Windows Phone 7 löst bei Nokia Meego ab
Zemlin lässt sich jedoch nicht die Hoffnung verderben. "Meego wird eine unaufhaltsame Kraft werden", ermutigte er die knapp 300 Zuhörer im nur zur Hälfte gefüllten Ballsaal während seiner zweistündigen Eröffungsrede. "Wir befinden uns erst ganz am Anfang eines sehr, sehr langen Projekts." Das offene Betriebssystem ermögliche Geräteherstellern viel mehr Umsatzmöglichkeiten als andere Betriebssysteme, argumentierte Zemlin: "Die Gerätehersteller besitzen die Meego-Plattform und können beispielsweise eigene App-Stores bauen - und sie müssen dafür niemandem Lizenzgebühren bezahlen."
Die Meego-Entwickler brauchen Zuspruch. Kein großer Smartphone- oder Tablethersteller hat bislang Meego-Geräte auf den Markt gebracht oder auch nur Einführungstermine genannt. Einzig kleine, regionale Anbieter experimentieren mit der auf Linux basierenden Plattform, die von der Linux Foundation verwaltet wird. Für den großen Durchbruch in dem hart umkämpften Markt reicht das nicht.
Kursinformationen und Charts
Dabei war das Projekt mit viel Fanfare gestartet: Die zwei mächtigen Technologiekonzerne
Intel und
Nokia enthüllten die Software im Februar 2010 in Barcelona. Genau ein Jahr später kam der große Rückschlag: Nokia kündigte an, dass das Meego-Engagement drastisch herunter gefahren werde. Der weltgrößte Handyhersteller, der bei Smartphones nicht gegen Apple, den Blackberry-Hersteller
Research in Motion oder Hersteller von Android-Handys ankommt, setzt bei Smartphones künftig auf Microsofts Betriebssystem Windows Phone 7. Meego werde nur noch als "Projekt" verfolgt, die meisten Meego-Entwickler abgezogen.
Zwar hat Nokia für dieses Jahr die Einführung eines Meego-Smartphones für Konsumenten angekündigt. Aber für die Teilnehmer der zweiten Meego-Konferenz - die erste fand im November in Dublin statt - ist klar: Danach ist Schluss. "Nokia hat es zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber in Nokias Handy-Sortiment ist kein Platz für Meego", sagte ein Konferenzteilnehmer. "Nokia-Smartphones werden künftig mit Windows Phone 7 ausgerüstet, und Meego ist keine Software für die weniger leistungsfähigen Handys."
Nun versucht Intel Meego alleine als eine Alternative im Markt für mobile Betriebssysteme zu positionieren und investiert Millionen in die Meego-Gemeinde. Meego ist ein Baustein der Strategie von Konzernchef Paul Otellini mit der er endlich im Markt für mobile Geräte Fuß fassen will. Der weltgrößte Chipkonzern beherrscht zwar unangefochten den Markt für Prozessoren für PC und Notebooks, bei Chips für mobile Geräte wie Handys und Tablets dominiert jedoch der britische Chipdesigner
ARM . Die Kalifornier suchen nun neue Handypartner, die Meego - und die von Intel für Meego optimierten Chips - in ihre Smartphones und Tablets einbauen werden. Intel baut zudem Chips für Tablets mit Googles Android-Betriebssystem sowie Windows.
Teil 2: Warum Verfechter quelloffener Software auf Intel bauen
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FTD.de, 24.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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