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Merken   Drucken   22.01.2009, 15:06 Schriftgröße: AAA

Branchenprimus: Verheerendes Quartal für Nokia  

Die Vorzeichen standen schon nicht gut: Das Ausmaß der Krise bei Nokia ist aber noch schlimmer als gedacht. Der Gewinn des Handyherstellers brach im vierten Quartal herbe ein. Und die Lager sind voll.
Der massive Konjunktureinbruch hat auch den weltgrößten Handyhersteller Nokia schwer erwischt. Der finnische Konzern hat im vierten Quartal einen kräftigeren Gewinnrückgang hinnehmen müssen als erwartet. Zudem warnte das Unternehmen am Donnerstag vor einem deutlich stärkeren Abschwung der Branche im Jahr 2009 als noch zuletzt angenommen. Nokia will nun seine Kosten im Handy-Geschäft um 700 Mio. Euro jährlich senken.
Im Schlussquartal 2008 brach das Nettoergebnis um 69 Prozent auf 576 Mio. Euro ein. Der Umsatz fiel um 19,4 Prozent auf 12,66 Mrd. Euro. Die Zahlen waren schlechter als von den meisten Analysten erwartet. Im gesamten Jahr rutschte der Nokia-Umsatz um 0,7 Prozent auf 50,7 Mrd. Euro ab. Der operative Gewinn fiel um 37,8 Prozent auf 4,97 Mrd. Euro.
Für das vierte Quartal wies Nokia einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,26 Euro aus. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 0,30 Euro gerechnet, allerdings lag das Ergebnis innerhalb der Prognosespanne. Die Nokia-Aktie sackte nach der Veröffentlichung der Zahlen zeitweise um acht Prozent ab.
Der Branchenprimus stellt sich auf noch härtere Zeiten ein: Für das laufende Jahr rechnet Nokia mit einem Einbruch im weltweiten Handy-Absatz um zehn Prozent. Noch vor einigen Wochen war der Konzern von einem Marktrückgang um fünf Prozent ausgegangen. Nokia selbst hat im vierten Quartal bereits einen Einbruch um 15 Prozent verzeichnet, das waren 113 Millionen Geräte. Der Marktanteil schrumpfte damit von 40 auf 37 Prozent.
"Das zeigt, wie schnell sich die Dinge verschlimmert haben in den letzten Monaten", sagte Analyst Johan Strandberg von SEB Asset Management. Experten gehen bislang von einem achtprozentigen Rückgang des Marktes aus.

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