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  Cebit 2010 FTD-Serie: Grün und wolkig

Die Cebit steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sicherheit. Zudem spielen Themen wie Green-IT und Cloud Computing vom 2. bis zum 6. März wieder eine wichtige Rolle in Hannover. FTD.de präsentiert in seinem Spezial Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   26.02.2010, 13:52 Schriftgröße: AAA

Computermesse: Alleine geht's für die Cebit nicht mehr

Leitartikel Die einstige IT-Leitmesse ist auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Einzige Rettung: Sie muss sich mit der Industrieschau Hannover Messe zusammentun.
Dass die einst große Cebit Jahr für Jahr unwichtiger wird, dürfte mittlerweile selbst Fans der Hannoveraner IT-Messe aufgefallen sein. Wenn einige der weltgrößten Konzerne der Branche kein Interesse mehr an einem Auftritt in Hannover haben, spricht das Bände. Die einstige Leitmesse für Software, Hardware, Unterhaltungselektronik und Mobilfunk ist auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit und sollte endlich die Konsequenz daraus ziehen: Allein hat sie keine Perspektive mehr.
Längst haben andere Messen der Cebit den Rang abgelaufen: In der Unterhaltungselektronik dominiert die CES in Las Vegas, in der Telekommunikation der Mobile World Congress in Barcelona und bei der Hardware die Computex in Taipeh. In Deutschland lässt sich allenfalls noch die Internationale Funkausstellung in Berlin als einigermaßen wichtige Kommunikationsmesse bezeichnen.
Für den Niedergang der Cebit gibt es vor allem zwei Gründe: die Veränderung der Messelandschaft und den Bedeutungsverlust der deutschen IT-Branche. So kann die Cebit dem Trend zur Kongressmesse nur langsam folgen. Mittlerweile reicht es nicht mehr, die Branchenneuheiten auszustellen. Parallel dazu müssen Messen vermehrt Vorträge, Diskussionen und Seminare anbieten. Dafür sind die deutschen Standorte (mit Ausnahme Berlins) aber denkbar schlecht geeignet - und am schlechtesten unter ihnen Hannover. Das mit Expo-Milliarden nutzlos aufgepumpte Ausstellungsgelände ist völlig überdimensioniert, das Angebot an Tagungsmöglichkeiten dagegen viel zu klein.
Der zweite Grund für den Niedergang sind die deutschen IT-Unternehmen. Sie haben gewaltig an Boden verloren gegenüber der Konkurrenz. Neben den USA hat vor allem Asien kräftig aufgeholt. Deutschland dagegen kann nur noch im Softwarebereich mit SAP  ein herausragendes Unternehmen aufweisen - und das hat längst seine eigene Hausmesse etabliert. Andere ehemals wichtige Konzerne spielen international nur noch eine untergeordnete Rolle (wie die Deutsche Telekom ) oder wurden an ausländische Unternehmen verkauft (wie die Siemens -Telekommunikationssparte).
Die Cebit klammert sich verzweifelt an den Glanz früherer Tage - und fährt damit die falsche Strategie. Wenn langfristig überhaupt noch etwas von der einstigen Leitmesse übrig bleiben soll, muss sie sich mit der Industrieschau Hannover Messe zusammentun. Ansatzpunkte, wie dies funktionieren kann, gibt es genug. Moderne Informationstechnik spielt auch in der Industrie eine immer wichtigere Rolle. So werden Maschinen zum Beispiel per Software gesteuert und vernetzt.
Wenn Cebit und Hannover Messe fusionieren, haben sie die Chance, die immer noch führende Rolle des deutschen Maschinenbaus mit dem Rest des alten IT-Glanzes zu verbinden. Dabei würde ein neuer Messeteil geschaffen, der zwar kleiner ist als die heutige Cebit, der aber größere internationale Strahlkraft besitzt.
  • Aus der FTD vom 26.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 26.02.2010 16:36:54 Uhr   Embedded-Comment: Konkurrenz von der Embedded World

    Eine Refokussierung auf die Industrie wird nicht so einfach sein, denn die Leitmesse für Industrieelektronik ist die Embedded-World, die nächste Woche in Nürnberg stattfindet. Dort hat es Jahre gedauert, sich von der Münchner Elektronica unabhängig zu machen. Die werden für ihre Messe auch kämpfen.

  • 26.02.2010 09:56:08 Uhr   Messekenner: Wissenslücke
  • 25.02.2010 23:26:25 Uhr   Tilman: Erinnerungslücke
  • 25.02.2010 21:12:53 Uhr   Hoang: Artikel
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