"Ich arbeite mit Hochdruck daran, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen", sagte Gregory Blepp, Vice President bei dem US-Unternehmen, der FTD. SCO hatte im Dezember 3000 US-Unternehmen aufgefordert, die Verwendung von Linux offen zu legen. Die Firma behauptet, Linux-Entwickler hätten unrechtmäßig Teile des SCO-Unix-Programms in Linux übernommen, und verlangt deshalb Lizenzabgaben.
Der Softwarehersteller geht in den USA bereits juristisch gegen einige Firmen vor. Prominentes Opfer ist IBM. Im März 2003 verklagte SCO den weltgrößten IT-Konzern auf die Zahlung von mehr als 1 Mrd. $. Inzwischen sind die Forderungen auf über 5 Mrd. $ gestiegen. Anfang dieses Monats zog SCO auch gegen seinen Kunden DaimlerChrysler vor Gericht.
In den USA haben eine Reihe von Unternehmen die eingeforderten Lizenzen bezahlt, darunter der Computerhersteller Sun sowie Microsoft. Der weltgrößte Softwarekonzern soll den Kontakt zwischen SCO und dessen Investor Baystar Capital angebahnt haben. Linux gilt als schärfster Konkurrent für Microsofts Betriebssystem Windows.
Die einstweilige Verfügung in Deutschland untersagt SCO die Behauptung, das Linux-System sei ihr geistiges Eigentum. Damit können hiesige Linux-Benutzer nicht für Schutzrechtsverletzungen haftbar gemacht werden. Gebühren einzufordern ist das neuste Geschäftsmodell der Firma, die zum Teil der Anwaltskanzlei Boies, Schiller & Flexner gehört.
Sollte die Verfügung aufgehoben werden, will Gregory Blepp als Erstes über SCOs Ansprüche breit informieren, dann einzelne Firmen anschreiben. Am Ende behält sich das Unternehmen vor, in Deutschland ähnliche Schritte einzuleiten wie in den USA.
SCO dürfte durch seine Aktionen gegen Linux zu einer der meistgehassten Computerfirmen gehören. Anfang des Jahres war der Konzern Hauptziel einer Internetattacke. Der hochgefährliche E-Mail-Wurm "Mydoom" legte die SCO-Website lahm.