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Merken   Drucken   16.01.2006, 10:17 Schriftgröße: AAA

Die IT-Revolution frisst ihre Inder  

In Bangalore kommt Wolfgang Grote, Geschäftsführer der Robert Bosch India Limited, ins Schwärmen: "Hier gibt es einige der talentiertesten Ingenieure." Das deutsche Unternehmen will noch in diesem Jahr ein zweites Entwicklungs- und Fertigungszentrum in der südindischen Software-Metropole eröffnen. von Willi Germund, Bangkok, und Sabine Muscat, Berlin
Die indische Computerbranche wächst so schnell, dass es an ...   Die indische Computerbranche wächst so schnell, dass es an heimischen Fachkräften fehlt
Die Mitarbeiterzahl soll bis 2010 von gegenwärtig 2900 auf 6000 steigen. Mit seinen Plänen ist das Unternehmen, das in Bangalore Computertechnologie für Autos herstellt, nicht allein. Der Datenbankspezialist Oracle  kündigte an, seine Mitarbeiterzahl in Indien um 1400 auf 10.000 zu erhöhen. Der weltgrößte Softwareentwickler Microsoft  will 3000 Leute einstellen. Tata Consultancy Services (TCS), Indiens größtes Softwarehaus, gab Donnerstag bekannt, dass es im zweiten Halbjahr 2005 rund 14.000 Beschäftigte angeheuert hat. Der Chipgigant Intel  und der US-Netzausrüster Cisco  planen Milliardeninvestitionen in den Ausbau ihrer indischen Forschungsstandorte.
Doch auf die IT-Firmen, die in Indien Talente und Kostenvorteile suchen, kommt ein großes Problem zu: Knapp 15 Jahre nach den ersten, sanften Anfängen droht die rasant wachsende Branche die Grenze des Wachstums zu erreichen - weil es zu wenig qualifiziertes Personal gibt. Der Bedarf wächst schneller als das Angebot: Bei einem Berufsvermittlungstag des "Goa Institute of Management" im Dezember blieb für 33 Unternehmen die Suche nach Mitarbeitern ohne Erfolg.
Umdenken gefordert
2005 heuerte die IT-Branche in Indien rund 70.000 Mitarbeiter an, in diesem Jahr werden Prognosen zufolge etwa 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Hält das Tempo an, könnten nach Berechnungen des Beratungsunternehmens McKinsey im Jahr 2010 rund 500.000 Arbeitskräfte fehlen.
Dabei mangelt es in Indien, das eine sehr junge Bevölkerung hat, nicht an Potenzial. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, die 47 Millionen jungen Leute zu erreichen, die im Jahr 2020 arbeitslos sein werden", mahnte Narayan Murthy, Chef des IT-Konzerns Infosys .

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