Die Homepage der Gelben Seiten
Nach FTD-Informationen testet DeTe Medien, eine Tochter der
Deutschen Telekom , die Neomo-Suche bereits auf ihren Webseiten.
Die Gelben Seiten werden von insgesamt 16 Verlagen und der DeTe Medien gemeinschaftlich herausgegeben. Früher besaßen die Unternehmen eine Monopolstellung, inzwischen schlägt jedoch eine wachsende Zahl von Konsumenten Informationen zu Restaurants oder anderen Dienstleistungen lieber im Internet nach. Mit Neomo wollen die Verlage künftig eigene Produkte für Web-Suche anbieten. Diese erbringen häufig qualitativ bessere Resultate, weil statt dem reinen Adressdatensatz eine wesentlich größere Datenmenge durchforstet wird.
"Neomo bietet Suchtechnologie an, die speziell auf das deutschsprachige Internet zugeschnitten ist", sagte Neomos Geschäftsführer Stefan Fischerländer. An Neomo sind nach Unternehmensangaben neben Fischerländer die Greven Verlagsgruppe (Köln), der Trifels Verlag (Frankfurt), Müller Medien (Nürnberg), der Keller Verlag (München) sowie die Schlütersche Verlagsgruppe (Hannover) beteiligt.
Testphase
Derzeit befindet sich Neomo laut Fischerländer in der Testphase. Viel Zeit, ein marktreifes Angebot zu entwickeln, bleibt den Verlagen vermutlich nicht:
Google hat in den USA bereits den Dienst Google Local gestartet, über den sich örtliche Brancheninfos abrufen lassen - inklusive Kartenmaterial, Anfahrtsbeschreibungen oder Restaurantkritiken. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diesen Dienst auch in Deutschland anzubieten", sagte ein Google-Sprecher der FTD. Man schätze, dass etwa 25 Prozent aller Suchabfragen im Netz einen lokalen Bezug aufwiesen.
Die DeTe Medien und ihre Vertragspartner verfügen derzeit nicht über ein vergleichbares Angebot. "Solange es kein Internet gab, war das Gelbe-Seiten-Monopol leicht zu verteidigen", sagte Thomas Keil, Geschäftsführer der Branchenauskunft Yellow Phone. "Aber jetzt müssen Telekom und Verlage tätig werden."
Neomo will nach Angaben von Grevens Online-Produktmanager Rene Toth nicht als Internetportal mit eigener Marke auftreten, wie etwa Yahoo. Stattdessen werde man seinen Suchindex anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. "Wenn Sie für ihr Sportportal eine spezielle Websuche brauchen, dann können Sie die bei Nemeo bekommen", erläutert Toth. Das Geschäftsmodel ähnelt dem anderer Suchdienstleister wie Alexa oder Inktomi.
Spezialsuche
Damit könnte Nemeo mittelfristig auch für deutsche Portale wie T-Online oder AOL.de interessant sein. Die Telekom-Tochter bezieht ihre Suchtechnologie derzeit ebenso wie
AOL von Google. Getestet wird Nemeo auf GelbeSeiten.de. Dort läuft Unternehmenskreisen zufolge bereits eine Spezialsuche für Wellness-Angebote mit der Technologie des Kölner Unternehmens.
Nemeo ist nicht der einzige Versuch, eine Google-Alternative zu entwickeln. Der spanische Telekomkonzern
Telefonica unterhält seit Sommer 2005 ebenfalls eine eigene Suchplattform namens Noxtrum. Diese kombiniert Einträge aus Spaniens Gelben Seiten und dem Telefonbuch mit einem Internet-Index.
Das Volumen des Gelbe-Seiten-Markts liegt nach früheren Angaben von Klaus Harisch, Chef des Infodienstes Go Yellow, bei ungefähr 1,2 Mrd. Euro im Jahr, der Vorsteuergewinn bei 500 Mio. Euro. Davon entfielen 95 Prozent auf die Telekom.