Homepage von Alexa Web Search
Bisher unterhalten Unternehmen wie
Google Serverparks mit Tausenden von Rechnern, die ständig das Internet durchpflügen. Aus den so gewonnen Daten extrahieren die Unternehmen ihren größten Schatz - den Suchindex. Dort ist vermerkt, was wo steht und welche Seiten wie verlinkt sind. Einen guten Index zu bauen erfordert Geduld. "Unser Projekt läuft bereits seit drei bis vier Jahren", sagt Stefan Fischerländer, der Anfang des Monats mit dem deutschen Suchportal Neomo gestartet ist.
Google,
Yahoo und MSN wachen eifersüchtig über ihre wertvollen Indexdaten. Alexa geht jetzt den umgekehrten Weg: Vergangene Woche gab das Unternehmen bekannt, seinen Index zahlenden Kunden fortan ohne Einschränkungen zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen durchsucht regelmäßig vier bis fünf Milliarden Seiten. Alexas Index umfasst 100 Terabyte (das entspricht 100.000 Gigabyte).
"Es klingt harmlos, ist aber eine große Sache", zitiert der Branchendienst "Wired" Alexa-Chef Bruce Gilliat. "Bisher beherrscht die Großindustrie die Internetsuche, weil die sich als Einzige die notwendigen Werkzeuge leisten können." Die Gebühren, die sein Unternehmen für den Dienst Alexa Web Search Platform erhebt, sind relativ moderat - für einige Zehntausend Dollar ließe sich eine Suchmaschine bauen, ins Netz stellen und betreiben.
Beeindruckter Experte
Was die Alexa-Ankündigung bedeutet, ist schwer abzuschätzen - die Branche ist aber bereits in Aufruhr. John Battelle, Buchautor und weltweit einer der bekanntesten Suchmaschinenexperten, gibt sich beeindruckt. "Jeder kann Alexa benutzen, um zu bauen, was immer er will", schreibt er in seinem Blog.
Dass jemand mit einer selbst gezimmerten Suchmaschine Google den Rang abläuft, scheint unwahrscheinlich. Battelle hält es jedoch für denkbar, dass kreative Köpfe sich spezialisierte Suchdienste ausdenken, auf die bei den Großen der Branche bisher noch niemand gekommen ist.
Wie zum Beispiel Rainer Typke. Der Computerexperte der Universität Utrecht ist einer der Ersten, die das Alexa-Angebot genutzt haben. Auf seiner Seite Musipedia.org lässt sich nach Melodien suchen. Wenn der Nutzer den Komponisten nicht kennt, kann er das gesuchte Lied seinem PC vorträllern. Musipedia findet dann Stücke, die ähnlich klingen. Das ist etwas, das Google definitiv noch nicht kann.