Geschäftsführer und Firmengründer der damit beauftragten Detektei Desa Investigation & Risk Protection sind Frank Hendrik J. und Klaus-Dieter B., beide waren früher bei der Spionageabwehr der Stasi beschäftigt. Klaus-Dieter B. bestätigte seine Stasi-Vergangenheit am Donnerstag gegenüber der FTD.
In die Spitzelaffäre hat sich inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Bonn eingeschaltet. Rund 80 Beamte des Bundeskriminalamts und der Polizei durchsuchten am Donnerstag die Zentralen der Telekom und der Mobilfunktochter T-Mobile in Bonn. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel sagte, die Ermittlungen richteten sich gegen den ehemaligen Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke , den früheren Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und sechs weitere Personen.
Immer mehr Details zur Abhöraffäre werden bekannt. Bereits eingeräumt hat die Telekom, dass der Konzern zwischen 2005 und 2006 mindestens ein Jahr lang Telefondaten von Journalisten und Aufsichtsratsmitgliedern ausspioniert hat - um Informationslecks im Konzern offenzulegen. Damals war Ricke Vorstandschef, Zumwinkel leitete den Aufsichtsrat.
Nach FTD-Informationen hat der Konzern bereits 2000 nach Lecks gefahndet - und eine Liste mit 80 Verdächtigen erstellen lassen. Die Konzernsicherheit beauftragte die Wirtschaftsdetektei Control Risks Group (CRG), den Urheber der Indiskretionen ausfindig zu machen. CRG wiederum schaltete die Berliner Firma Desa ein, die den FTD-Journalisten in seinem Kölner Büro ausspionierte.
Desa-Gründer Frank Hendrik J. und Klaus-Dieter B. waren in der DDR als hauptamtliche Mitarbeiter für die Hauptabteilung II (HA II) des Ministeriums für Staatssicherheit tätig. Die Abteilung war für die innere und äußere Spionageabwehr zuständig. Die HA II überwachte unter anderem ausländische Botschaften, im Visier der Abteilung standen aber auch Journalisten und Korrespondenten aus dem westlichen Ausland, die in der DDR akkreditiert waren.
Teil 2: Sommer bestreitet jede Kenntnis