"Das haben wir uns für 2015 vorgenommen - und das können wir mit organischem Wachstum schaffen", sagte Philipp Humm der FTD. Damit würde der bislang viertgrößte US-Mobilfunker an Sprint Nextel vorbeiziehen. Sprint hat aktuell knapp 50 Millionen Kunden - etwa 15 Millionen mehr als T-Mobile.
Die US-Mobilfunksparte ist die größte Baustelle der Deutschen Telekom . T-Mobile USA laufen zu viele Kunden davon. Umsatz sowie operatives Ergebnis schrumpfen. Auslöser für die schlechte Entwicklung ist, dass die US-Tochter im Gegensatz zu Konkurrenten wie AT&T und Verizon zu spät mit dem Aufbau schneller Mobilfunknetze der dritten Generation begonnen hat. Zudem fehlt ein Verkaufshit wie das Handy iPhone von Apple .
Telekom-Chef René Obermann schickte Humm im Oktober 2010 in die T-Mobile-USA-Zentrale bei Seattle, um den Abwärtstrend zu stoppen. "Vereinfacht gesagt: Ich bin hier, um Umsatz und Rentabilität zu steigern", sagte Humm bei einem Besuch in San Francisco. Die Rückkehr zu Wachstum soll dieses Jahr beginnen. Bis 2014 soll der Umsatz um 3 Mrd. Dollar zulegen. Es wird allerdings länger dauern, bis T-Mobile die Rentabilitätsziele erreicht. Der Mobilfunker will die bereinigte Ebitda-Marge von knapp unter 30 Prozent bis 2015 auf 35 Prozent steigern. Ursprünglich war 2012 angepeilt.
Um gegen die deutlich größeren Wettbewerber anzukommen, prüft die Deutsche Telekom mögliche Partnerschaften mit anderen Unternehmen. "Wir haben viele Möglichkeiten: Wir können uns auf der Kostenseite mit anderen zusammentun, auf der Asset-Seite oder beim Verkauf", sagte Humm, ohne konkreter zu werden. Überdies sollen aggressive Preise den Kundenschwund senken.
Mit preiswerten Smartphones, die mit dem Google -Betriebssystem Android ausgestattet und nicht mit Funktionen überfrachtet sind will Humm locken. "Die Branche verkauft immer noch eine Art Bentley oder Mercedes, was die wenigsten Nutzer brauchen um E-Mails zu erledigen, im Netz zu surfen oder vielleicht noch zu navigieren", so Humm. Der richtige Preis? "Unter 100 Dollar inklusive Subventionen."
Die Telekom-Tochter hat ihr Netz mit Milliarden hochgerüstet. Aktuell kann sie mit der Übertragungstechnik HSPA+ zum Teil schnellere Geschwindigkeiten liefern als die Konkurrenz. Marktführer Verizon und AT&T rüsten ihre Netze jedoch mit dem neuen Standard LTE auf. HSPA+ bietet Humm zufolge derzeit die gleiche Leistung. Sollte künftig jedoch ein breites Angebot an LTE-Geräten verfügbar sein, könne T-Mobile USA das Netz ohne großen Aufwand umrüsten, sagte Humm.
Als Chef von T-Mobile in Deutschland führte der Manager das iPhone ein und würde das Gleiche gern in den USA tun. Das geht aber nicht, weil Apple einen Chip verbaut, der das von T-Mobile genutzte 1700-Megahertz-Spektrum nicht unterstützt. Gerüchteweise wird im nächsten iPhone anstatt eines Infineon -Chips einer von Qualcomm eingebaut. Offen bleibt, ob damit das technische Problem behoben wäre. "Apple entscheidet, ob wir das Handy auch in den USA bekommen", so Humm.