Nach mehreren schwachen Quartalen hat der taiwanische Smartphonehersteller HTC seinen Finanzvorstand ausgewechselt. Nach nur einem Jahr wurde Winston Yung mit einer anderen Aufgabe in der Konzernentwicklung betreut. Als Nachfolger wurde Chia-Lin berufen, der zuletzt Investmentbanker bei Goldman Sachs war und auch schon für Motorola gearbeitet hat. Das Unternehmen nannte keine Gründe für den Wechsel.
Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Nettogewinn von HTC um 70 Prozent niedriger aus als im gleichen Vorjahreszeitraum. Er lag damit auf dem niedrigsten Wert seit 2006. Der Umsatz ging gleichzeitig um 35 Prozent zurück. Die Börse reagierte auf den Wechsel im Vorstand mit deutlichen Kursabschlägen.
Der Konkurrenzkampf im Smartphonemarkt wird immer schärfer. Dominant ist neben Apple mit seinem iPhone vor allem Samsung , die auf das Android-Betriebssystem von Google setzen. Beide liefern sich einen Kampf um die Spitze im Smartphonemarkt. Auch HTC vertraut auf die Software, die Google kostenfrei an Handyhersteller abgibt. HTC war der erste Konzern, der 2008 ein Android-Handy, das T-Mobile G1, auf den Markt brachte. Daneben hat HTC auch Geräte mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone im Programm.
Nach der Personalentscheidung vom Montag versicherte Vorstandsvorsitzender Peter Chou am Mittwoch, dass HTC an der engen Zusammenarbeit mit dem Lautsprecherhersteller Beats Electronics festhalte - dieses Unternehmen hat HTC unter Mitwirkung Yungs im vergangenen Jahr für 300 Mio. Dollar übernommen.
"HTC und Beats haben bei Innovationen und Markenstärke eindrucksvolle Fortschritte erzielt", sagte Chou. Zuvor hatten US-Medien wie das Internetportal "Engadget" berichtet, dass die von Yung vorangetriebene Übernahme von Beats By Dr. Dre sich bislang kaum ausgezahlt habe.
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Die Verbindung der neuen HTC-Smartphones der Modellreihe One mit den Lautsprechern von Beats sei "ein eindeutiges Zeichen unserer Verpflichtung zu dieser Partnerschaft", hieß es in einer schriftlichen Erklärung Chous, in der er sich gegen die kritischen Presseberichte wandte. Einen Zusammenhang mit der Abberufung Yungs von seinem Posten schloss er aus.
Mit den in diesem Monat eingeführten Smartphones der Modellreihe One will HTC wieder Marktanteile hinzugewinnen. Während die boomenden Branche zurzeit von Apple und Samsung dominiert wird, ist mit Nokia auch der Weltmarktführer bei Handys insgesamt bei Smartphones zuletzt unter Druck geraten. Nokia will nun mit Windows-Geräten der Marke Lumia wieder aufholen.
HTC setzt sowohl auf das Google-System Android als auch auf die Microsoft -Plattform. Mit der zunehmenden Bedeutung von Innovationen bei der Software sind die Chancen der Smartphonehersteller begrenzt, sich mit Besonderheiten der Hardware von der Konkurrenz abzusetzen.