Google ist der Übernahme des Handyherstellers Motorola Mobility ein Stück nähergekommen. Die Motorola-Aktionäre stimmten auf einer eigens angesetzten Hauptversammlung mit "überwältigender Mehrheit" für den Deal, teilte Motorola am Donnerstag mit. Kein Wunder: Google ist bereit, 12,5 Mrd. Dollar für den Erfinder des Mobiltelefons auf den Tisch zu legen.
"Wir sind glücklich und zufrieden mit der eindeutigen Unterstützung durch unsere Anteilseigner", sagte Motorola-Chef Sanjay Jha. Die Übernahme ist allerdings noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Die Wettbewerbshüter schauen sich das Geschäft ganz genau an, denn der Internetkonzern Google hat sich mit seinem Betriebssystem Android in wenigen Jahren zum Marktführer aufgeschwungen. Inzwischen läuft es nach Zahlen des Marktforschers Gartner auf mehr als 50 Prozent aller verkauften Smartphones.
Google will mit der Übernahme von Motorola Mobility seinen Vorstoß ins Smartphonegeschäft absichern. Motorola verfügt über Tausende Patente, die Google in Konflikten mit Apple oder Microsoft gut gebrauchen kann. Motorola verwendet Android auch in vielen seiner Modelle. Allerdings schreibt das Unternehmen immer wieder Verluste.
Im dritten Quartal verlor der Handyhersteller trotz eines boomenden Smartphonegeschäfts 32 Mio. Dollar und damit fast soviel wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte auf 3,26 Mrd. Dollar zu. Im Vorjahr waren es 2,95 Mrd. Dollar. Im Berichtsquartal verkaufte Motorola Mobility insgesamt 11,6 Millionen Handys, darunter 4,8 Millionen der teuren und damit für den Hersteller besonders lukrativen Smartphones.
Das Motorola-Management rechnet angesichts der strengen Prüfung durch die Behörden damit, dass der Zusammenschluss erst Anfang kommenden Jahres vollzogen werden kann. Bislang waren die Unternehmen von Ende diesen Jahres ausgegangen. Im schlimmsten Falle könne das Geschäft auch ganz platzen, warnte Motorola.