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Merken   Drucken   26.04.2012, 23:37 Schriftgröße: AAA

Gewinnrückgang: Amazon verwöhnt die Anleger

Der Onlinehändler Amazon setzt seinen Kurs des schrumpfenden Gewinns zugunsten eines größeren Umsatzes fort. Allerdings überrascht der Überschuss von 130 Mio. Dollar die Analysten - das Papier macht einen Sprung.
© Bild: 2011 Bloomberg/Emile Wamsteker
Der Onlinehändler Amazon setzt seinen Kurs des schrumpfenden Gewinns zugunsten eines größeren Umsatzes fort. Allerdings überrascht der Überschuss von 130 Mio. Dollar die Analysten - das Papier macht einen Sprung.

Millionenschwere Investitionen in Logistikzentren, die kostspielige Entwicklung neuer Produkte, verstärkte Werbung und Preisnachlässe auf breiter Front fressen ein Drittel des Gewinns vom weltgrößten Onlinehändler Amazon . Im ersten Quartal verdiente der Ebay-Rivale nach 201 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum noch 130 Mio. Dollar.

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Doch die Analysten hatten einen weit schlimmeren Einbruch befürchtet. Amazon selbst hatte sogar einen Verlust nicht ausschließen wollen. Ganz so schlimm kam es bei der Vorlage der Zwischenbilanz dann doch nicht. Die Aktie schoss nachbörslich um neun Prozent in die Höhe. Der US-Konzern nimmt seit mehreren Quartalen billigend in Kauf, dass der Gewinn schmilzt. Das vorrangige Ziel ist es, neue Kunden anzulocken und damit Marktanteile zu ergattern. Die Strategie hat offensichtlich Erfolg: Der Umsatz verbesserte sich um 34 Prozent auf 13,2 Mrd. Dollar.

Amazon fährt zweigleisig: Auf der einen Seite ist das Unternehmen ein klassischer Onlinehändler, der mit günstigen Preisen die Konkurrenz auszubooten versucht, etwa den Marktplatz Ebay . Zum anderen entwickelt sich Amazon immer mehr zum Anbieter von Inhalten wie Filmen und Musik. Dazu hat Amazon den Kindle Fire herausgebracht, und hat damit sein Profil als einer der schärfsten Rivalen von Apple  geschärft.

Analysten gehen davon aus, dass Amazon am Kindle wenig verdient oder sogar etwas drauflegt. So kostet der Kindle Fire in den USA weniger als die Hälfte des Apple iPad: 199 Dollar zu 499 Dollar. Zudem steckte Amazon jede Menge Geld in den Ausbau seiner Lieferzentren, auch in Deutschland.

Auch im wichtigen E-Book-Geschäft konkurriert Amazon vor allem mit Apple. Laut einer Studie von Goldman Sachs verkauft Amazon 58 Prozent aller E-Books in den USA, gefolgt vom Buchhändler Barnes & Noble mit 28 Prozent und Apple mit neun Prozent.

Inzwischen untersuchen die Behörden mögliche Preisabsprachen von Apple und mehreren Verlagen. Der Elektronikkonzern soll angeblich höhere Preise als über andere Vertriebskanäle zugesichert haben.

Apple will vor allem den Absatz seines lukrativen iPads steigern. Der Konzern verknüpft den Tablet-Rechner und seine anderen Geräte mit immer neuen digitalen Inhalten wie Musik, Filmen, Zusatzprogrammen und -diensten und bindet die Kunden so an sich. Durch die Kooperation mit Verlagen hatte Apple versucht, sich verstärkt E-Book-Inhalte für seinen Tablet-Computer iPad zu sichern und damit auch das Wachstum von Amazon auf dem E-Book-Markt bremsen.

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  • FTD.de, 26.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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