Der Fokus auf Software und Dienstleistungen zahlt sich für den Technologiekonzern aus. Im Schlussquartal 2011 waren die beiden Bereiche erneut die Wachstumstreiber. Analysten trauen den Amerikanern im laufen Jahr viel zu.
Der US-Technologiekonzern IBM trotzt mit einem Gewinnsprung Sorgen, Unternehmen und Regierungen könnten den Gürtel enger schnallen. Der Konkurrent von Dell und Oracle steigerte seinen Gewinn im vierten Quartal nach Angaben vom Donnerstag um elf Prozent. Je Aktie lag der Gewinn ohne Sonderposten bei 4,71 Dollar und damit über den durchschnittlichen Markterwartungen von 4,62 Dollar.
Der Umsatz kletterte auf 29,5 nach 29,0 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Experten hatten hier mit 29,7 Mrd. Dollar gerechnet. Der weltgrößte IT-Dienstleister erwartet für 2012 ein Ergebnis pro Aktie von mindestens 14,16 Dollar auf Gaap-Basis. Nachbörslich kletterte die Aktie um mehr als drei Prozent.
IBM gilt wegen seiner breiten Aufstellung mit IT-Diensten, Servern und der zuletzt wachsenden Softwaresparte als Barometer für die Branche. Der Konzern, der seinen Sitz in Armonk im Bundestaat New York hat, ist gemessen am Umsatz nach Microsoft der zweitgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware.
Die IT-Branche und insbesondere die Softwareindustrie wächst trotz konjunktureller Unsicherheiten auch im Jahr 2012. Der US-Marktforscher Gartner hatte erst Anfang Januar wegen der wirtschaftlichen Verunsicherung im Zuge der Euro-Krise seine Prognose für die weltweite IT-Nachfrage gesenkt. Die Umsätze mit Unternehmenssoftware sieht Gartner statt mit 9,6 Prozent wie im Vorjahr 2012 nur noch mit 6,4 Prozent auf 285 Mrd. Dollar steigen.
Die Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass die Unternehmen dieses Jahr ihr Geld sehr gezielt ausgeben - zum Beispiel für Smartphone- und Tablet-kompatible Programme und Software zur Analyse von Unternehmensdaten, die Managern immer die aktuellen Finanzkennzahlen aus ihren jeweiligen Abteilungen liefern.
Vor allem in die Analysesoftware hat IBM - genau wie SAP - in den vergangenen Jahren stark investiert. Der Konzern übernahm die beiden Anbieter Cognos und Netezza. Insgesamt kaufte IBM 59 kleine bis mittelgroße Softwarefirmen seit 2005, alles in allem gab IBM laut Morgan Stanley für 84 Unternehmen 23 Mrd. Dollar aus. Das und seine breite Aufstellung, so die Argumentation bei JP Morgan, habe den Konzern schon in der jüngsten Wirtschaftskrise robust gemacht. "Wir glauben, dass IBM, teilweise wegen seines Softwaregeschäfts, sogar noch stärker geworden ist", schreiben die Analysten.
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