Nachdem die Fokussierung auf den Verbraucher im vergangenen Jahr gescheitert ist, rettet nun die grüne Welle zumindest thematisch die Messe. Green-IT wird das Trendthema. Die Cebit will mit einem IT-Village, einem IT-Guide und Themenschauen das gestiegene Umweltbewusstsein nutzen. Dabei geht es laut dem Cebit-Verantwortlichen Sven-Michael Prüser nicht nur um den Klimaschutz. Ein wesentlicher Faktor ist die Kostenreduzierung, sagte er auf der Cebit-Preview des High-Tech-Presseclubs am Mittwoch in Hamburg.
Um das Bewusstsein für Green-IT zu schärfen, arbeitet die Cebit mit der US-Klimaschutz-Initiative Climate Savers Computing (CSCI). Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hersteller, Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen zusammenzuführen, um die Energieeffizienz von Computern und Servern zu verbessern.
Die IT- und Telekommunikationsindustrie ist laut der CSCI-Vorsitzenden und Intel-Mitarbeiterin Lorie Wigle für zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. "Ein wesentliches Problem ist es, dass 50 Prozent der Energie von Desktopcomputern ungenutzt verpufft und nur Wärme abgibt." Zwar sei die Energieeffizienz bei Servern besser, aber auch hier bleibt 30 Prozent der Energie ungenutzt. Ziel der CSCI ist es, den CO2-Ausstoß bis 2010 um 54 Millionen Tonnen zu reduzieren. "Das entspricht der Menge von 11 Millionen Autos pro Jahr", sagte Wigle.
Da das Problem inzwischen von vielen Unternehmen erkannt worden sei, sei sie zuversichtlich, das ehrgeizige Ziel in der kurzen Zeitspanne zu erreichen. Dazu müsste zudem das Bewusstsein für das Thema gestärkt werden. "Die Energiekosten könnten in einigen Jahren bis zu 50 Prozent des durchschnittlichen IT-Budgets auffressen." Die CSCI will zur Cebit ihre Initiative in Europa einführen. Damit kann die Industrie nicht nur steigenden Kosten begegnen, sie kann auch ihr Gewissen beruhigen - und die Messe hat ihr Thema.