Mit dem geknackten GSM-Code könnte jeder Hobbyhacker mit einem 500-Euro-Laptop und ein bisschen Funkausrüstung Anrufe abhören. CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn sagte: "Es gibt Beweise dafür, dass kriminelle Organisationen und Regierungen diese Technologie bereits verwenden, ohne dass die Öffentlichkeit davon weiß. Wir machen das zum Schutz der Leute, damit sie wissen, was sicher ist und was nicht."
"In wissenschaftlichen Berichten wird schon seit zehn Jahren darüber gesprochen, aber jetzt ist es nicht mehr nur theoretisch", sagte Simon Bransfield-Garth, Chef des Verschlüsselungsunternehmens Cellcrypt. "Es könnte in den nächsten sechs bis zwölf Monaten eine sehr reale Bedrohung sein."
Der Handelsarm der Mobilfunkindustrie, GSMA, tat die Drohung ab. Sie sei "weit davon entfernt, ein praktischer Angriff zu sein". GSMA geht davon aus, dass die Aktivitäten der Hacker "teilweise durch kommerzielle Überlegungen motiviert scheinen". Hingegen sagten Sicherheitsexperten, dass die Mobilfunkunternehmen das Problems bereits kennen. "Sie sind sich dessen absolut bewusst, doch bis die Öffentlichkeit nicht sagt, dass sie etwas dagegen tun sollen, werden sie nichts machen, um das Problem zu beheben", sagte Stuart Quick. Neue Technologien wie 3G nutzen eine sicherere Verschlüsselungstechnik und wären von dem geknackten Code nicht betroffen.