Der japanische Elektrokonzern Panasonic verbreitet nach einem Rekordverlust wieder Optimismus. Zumindest auf operativer Basis werde das Traditionsunternehmen im laufenden Geschäftsjahr (per Ende März) wieder schwarze Zahlen schreiben, teilte Panasonic am Freitag mit.
Im vergangenen Jahr verbuchten die Japaner einen Verlust von 772 Mrd. Yen (7,4 Mrd Euro). Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 74 Mrd. Yen erwirtschaftet. Als Gründe nannte Panasonic den Höhenflug des Yen, der die Exporte verteuert, die Katastrophen in Japan und Thailand und die Schuldenkrise in Europa. Der Umsatz belief sich auf 7850 Mrd. Yen, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr.
Der kommende Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga steht mit seinem Amtsantritt im Juni vor einer Herkulesaufgabe. Derzeit versucht er, die Fernsehersparte wieder auf Kurs zu bringen, die stark unter den aggressiven Rivalen Samsung und LG aus Südkorea leidet. Panasonic beschäftigt mit 350.000 Arbeitnehmern drei Mal so viele Mitarbeiter wie Samsung und kann sich auf ein breites Produktportfolio von Kühlschränken bis zur Glühbirne stützen. Gefragte Technologien wie Solarpanele und Batterien sollen den erwarteten Gewinn stützen.
Am Tag zuvor hatte der heimische Rivalen Sony den schlimmsten Verlust der Firmengeschichte verbucht, sieht jedoch wie Panasonic ebenfalls ein Ende der Talfahrt. Beiden Konzernen bereitet das verlustträchtige Geschäft mit Fernsehern Kopfzerbrechen.
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Die Sparte werde es bis zum kommenden März nicht in die Gewinnzone schaffen, der Verlust soll allerdings eingedämmt werden, kündigte das Panasonic-Management an. Ein Sparkurs soll zur Trendwende beitragen. So sollen rund 17.000 Jobs im TV-Geschäft wegfallen, damit das Segment in absehbarer Zukunft wieder Gewinne abwirft, bekräftigte der scheidende Vorstandschef Fumio Ohtsubo.
Der Absatz von TV-Geräten werde im laufenden Geschäftsjahr um zwei Millionen Stück auf 15,5 Millionen zurückgehen. Vor allem sogenannte Plasma-Geräte, bei denen Panasonic traditionell stark ist, sind auf dem Weltmarkt kaum mehr gefragt. Bis 2015 wird Marktforschern zufolge der Umsatz mit Bildschirmen dieser Technik um mehr als ein Drittel auf 5,4 Mrd. Euro schrumpfen.
Panasonic setzt mit dem Milliardenverlust die Negativserie der japanischen Elektroindustrie fort. Sony und Sharp hatten bereits Rekordfehlbeträge ausgewiesen. Alle drei zusammen kommen auf Gesamtverlust von umgerechnet mehr als 15 Mrd. Euro, haben aber eine schnelle Trendwende für 2012 versprochen. Experten zweifeln angesichts des harten Wettbewerbs an den Erfolgsaussichten.