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12.10.2010, 11:00
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iPhone-Fertiger:
Foxconn "wie ein Arbeitslager"
Reden und Lachen ist verboten, und vom Vorgesetzten gibt es auch mal Prügel: Nach einer Selbstmordserie unter Mitarbeitern hatte der Hersteller von Apple- oder Nokia-Handys Besserung gelobt. Doch davon sei nichts zu spüren, sagen chinesische Wissenschaftler.
von Claudia Wanner, Hongkong
Eine von 20 Universitäten aus der Volksrepublik China, Taiwan und Hongkong erstellte Untersuchung kommt laut Berichten chinesischer Medien zu dem Ergebnis, dass in den Fabriken des wichtigsten Zulieferers für Apples iPhone und iPad Zustände herrschen wie in einem "Arbeitslager" - mit extremen Überstunden, hohem Stress und selbst Züchtigungen durch Vorgesetzte. Auch die im Frühjahr versprochenen Gehaltserhöhungen kämen nicht im angekündigten Umfang bei den Arbeitern an.
Trostlos, auch in der Freizeit: Arbeiter des weltgrößten Elektronikauftragsfertigers Foxconn in einem Fernsehraum des Werkes Shenzhen
Foxconn , traditionell ein sehr verschwiegenes Unternehmen, hatte erst im Frühjahr nach einer Serie von Selbstmorden in seinen Werken Schlagzeilen gemacht und Besserung gelobt. Der Freitod zehn junger Angestellter - alle unter 25 Jahre alt - wurde auch auf harsche Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Konzern zurückgeführt Das beunruhigte schließlich auch die Kunden des Konzerns, der 36 Jahre nach dem Start noch von seinem Gründer Terry Gou geführt wird.
Nicht nur die meisten
Apple -Produkte, sondern auch
Nokia -Handys,
Sony -Videokonsolen und
Dell -Laptops stammen aus Gous Fabriken. Das öffentliche Interesse zwang Foxconn zu Zugeständnissen: Gou betonte immer wieder, keine Ausbeutermanieren zu pflegen. Er kündigte Gehaltserhöhungen um bis zu 100 Prozent an, mehr Freizeit sowie die Einrichtung psychologischer Beratungsstellen.
Internet-Tablets
Invasion der iPad-Konkurrenten
Nach Gesprächen mit 1800 Mitarbeitern kommen die Wissenschaftler nun zu dem Ergebnis, dass bei Foxconn weiter vieles im Argen liegt. So fallen die Gehaltserhöhungen weniger üppig aus, als die Ankündigungen vermuten lassen. Yu Hui bestätigt das. Der 23-Jährige, der in der Logistikabteilung von Foxconn arbeitet, hat bis Mai meist 80 Überstunden je Monat geschoben.
"Seit den Selbstmorden wurde die zulässige Zahl auf 60 Stunden reduziert", sagt er. Darüber ist Yu nicht nur glücklich. Denn Überstunden werden gut bezahlt. Bei dem bis Mai geltenden Grundgehalt von 900 Yuan (97 Euro) im Monat kam Yu unterm Strich auf 1500 bis 1600 Yuan Gesamtvergütung. Mit dem höheren Grundgehalt von 1200 Yuan schaffte er angesichts geringerer Überstunden 1700 Yuan.
Zum 1. Oktober hat Foxconn das Grundgehalt erneut angehoben. Rund 85 Prozent der Beschäftigten in Shenzhen verdienen jetzt 2000 Yuan im Monat, sagte ein Konzernsprecher.
Teil 2: Wöchentliche Überstunden sollen auf 36 begrenzt werden
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Aus der FTD vom 12.10.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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