"Wir hielten es für einen Irrtum und ließen es unsere Techniker noch einmal prüfen", sagte Vic Gundotra, Leiter des Google-Mobilfunkgeschäfts, der Financial Times auf dem Mobile World Kongress. Setzt sich der Trend fort und andere Handyhersteller erleichtern den mobilen Internetzugang, werde die Zahl der Suchabfragen von Mobilfunkgeräten "innerhalb der nächsten Jahre" die der Abfragen per Festnetz überholen, sagte Gundotra. Mehr Abfragen bedeuten für
Google mehr Umsatz, da der Konzern sein Geld damit verdient, Anzeigenplätze im Umfeld von Suchanfragen zu verkaufen.
Googles Kommentare gehen in dieselbe Richtung wie die Zahlen, die vor Kurzem von den Telekomkonzernen
AT&T und
O2 veröffentlicht wurden. Die beiden Konzerne vertreiben das iPhone exklusiv in den USA beziehungsweise in Großbritannien. In den USA sei der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) beim iPhone nahezu doppelt so hoch wie der Gesamtdurchschnitt, gab AT&T an. Dies liege daran, dass die iPhone-Nutzer zusätzlich zu den Gesprächen umfangreiche Datenpakete kauften.
Diese Woche wurde bekannt, dass Google einen Vertrag mit T-Mobile an Yahoo verloren hat. Das heißt, auf der mobilen Internetseite von
T-Mobile findet sich künftig die Suchmaschine von
Yahoo . Google teilte mit, Verträge wie diese verlören an Bedeutung, da mobile Nutzer immer weniger nur auf der Website des Betreibers surften. "Die Nutzer wissen, wie sie Google aufrufen können, wenn sie es wollen. Vor zwei Jahren haben die Betreiber noch die Rolle eines Pförtners gespielt, jetzt aber nicht mehr", sagte Gundotra. Ein eigenes Handy von Google steht erst einmal nicht zur Debatte: "Wir wollen, dass jedes Telefon ein Google-Telefon ist", sagte der Manager. Der beste Weg dahin wäre, Android, Googles Betriebssystem für Mobilfunkgeräte, auf so vielen Handytypen wie möglich einzusetzen.