Ehrgeiziger PlanIm Spätsommer 2002, gut zwei Jahre nach der Trennung von Siemens, hat der Konzern erstmals eine Mittelfristplanung vorgelegt und mit einer griffigen Überschrift versehen - ähnlich wie Siemens das auch gerne macht. Die so genannte "Agenda 5-to-1" soll Infineon bis 2007 zum zweitprofitabelsten Chip-Hersteller der Welt machen. "Das ist sehr ehrgeizig", sagt Karsten Iltgen, Analyst bei der WestLB Panmure. Derzeit liegen Unternehmen wie Intel, Texas Instruments, Samsung oder STMicroelectronics zum Teil deutlich vor den Münchnern.
Um sein Ziel zu erreichen, baut Schumacher den Konzern radikal um: Infineon wird künftig einen großen Teil seiner Chips in Gemeinschaftsunternehmen produzieren, vor allem in Asien. Statt in Fabriken will er sein Geld stärker in Software stecken, um Kunden, etwa PC-Herstellern, Autobauern oder Handyproduzenten maßgeschneiderte Produkte anbieten zu können. "Software wird das Unterscheidungsmerkmal in unserer Branche werden", sagt er. Auch dafür wird er Kooperationen eingehen: "Infineon wird zu einem Integrator externer und interner Leistungen."
Die Beschäftigten müssen sich auf einiges einstellen: In der Konzernzentrale komme man auch mit weniger als 200 Menschen aus, ließ er bereits durchblicken. Derzeit ist das noch ein Vielfaches. Zahlreiche Verwaltungsfunktionen wie etwa die Buchhaltung werden in Länder mit geringeren Lohnkosten verlegt, die vier Geschäftsbereiche bekommen eine wesentlich höhere Verantwortung und werden voraussichtlich geografisch voneinander getrennt geführt. Infineon selbst soll sich zu einer Art Holding entwickeln.