Infineon leite derzeit rechtliche Schritte ein, um das Lizenzabkommen mit Promos zu kündigen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Dann dürfte Promos keine Infineon-Technik zur Herstellung von Speicherchips mehr nutzen. Infineon hält bislang 29,9 Prozent der Promos-Anteile und ist damit zweitgrößter Aktionär neben dem taiwanesischen Unternehmen Mosel Vitelic, dem 37 Prozent der Aktien gehören.
Infineon plant zunächst den Verkauf von Aktien im Volumen von 1,6 Prozent des Promos-Grundkapitals, teilte die taiwanesische Börsenaufsicht am Dienstag in Taipeh mit. Die Transaktion müsse innerhalb eines Monats vollzogen sein. Die restlichen Anteile sollen dann ebenfalls verkauft werden. Nach taiwanesischem Börsenrecht darf Infineon pro Tag nur so viele Aktien auf den Markt werfen, wie an den zehn Tagen zuvor im Schnitt gehandelt wurden. Folglich werde sich der Verkauf über mindestens 16 Handelstage hinziehen, sagte ein Mitarbeiter der Börsenaufsicht.
Der Ausstieg war nach dem Bekanntwerden von Streitigkeiten zwischen Infineon und Promos sowie dem Joint-Venture-Partner Mosel Vitelic seit längerem erwartet worden. Die Münchner fordern bereits seit Oktober den Ausstieg von Mosel Vitelic. Sie werfen ihnen vor, Promos-Aktien über Gebühr verpfändet zu haben. Infineon wollte die gesamte Macht bei Promos übernehmen oder aussteigen.
Die Promos-Aktien legten am Dienstag trotz des bevorstehenden Verkaufs zu. Infineon notierten in einem freundlichen Börsenumfeld 3,3 Prozent im Plus.