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Merken   Drucken   25.08.2005, 17:21 Schriftgröße: AAA

Infineon will Münchner Werk verschenken  

Der Halbleiterhersteller Infineon erwägt, sein von der Schließung bedrohtes Werk in München-Perlach an den Konkurrenten X-Fab zu verschenken. Außerdem soll es auch noch eine Mitgift geben. Die Gewerkschaft hat ihre Forderungen bereits formuliert.
Eine Infineon-Mitarbeiterin zeigt einen Wafer   Eine Infineon-Mitarbeiterin zeigt einen Wafer
In Branchenkreisen wurde bestätigt, dass die Verhandlungen auf eine solche Lösung hinausliefen. Eine vorgesehene zusätzliche Zahlung, deren Höhe offen blieb, solle als Risikoausgleich für X-Fab dienen. Im Gegenzug soll der Thüringer Halbleiterhersteller eine Arbeitsplatzgarantie für voraussichtlich etwa 600 der insgesamt 800 Beschäftigten des Münchner Werkes geben.
Nach Einschätzung von Infineon arbeitet das Werk in München-Perlach mit einer veralteten Technologie. Deshalb hatte das Unternehmen die Schließung angekündigt. Ein Infineon-Sprecher wollte sich zu den Details der Verhandlungen am Donnerstag nicht äußern und bestätigte lediglich erneut, dass man Gespräche mit X-Fab führe. Der Erfurter Halbleiterhersteller X-Fab hatte im ersten Halbjahr bei Umsatz und Ertrag zugelegt. Das Unternehmen erwirtschaftete ein Umsatzplus von 15,5 Prozent auf 77,4 Mio. Euro. Das operative Ergebnis stieg um 19,6 Prozent auf 3,5 Mio. Euro, teilte der Vorstand mit.
Sanierungsvertrag angeboten
Unterdessen strebt die IG Metall einen baldigen Beginn der Gespräche über das Infineon-Werk an. Man habe dem Unternehmen zwei alternative Termine am 2. und den 8. September vorgeschlagen, sagte Michael Leppek von der IG Metall München. "Wir haben Infineon angeboten, über einen Sanierungs- und Ergänzungstarifvertrag zu reden." Oberstes Ziel sei der Erhalt der Arbeitsplätze in dem Werk.
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte über die Pläne für eine Schenkung des Werkes berichtet und dabei auch eine Parallele zum Vorgehen des Elektrokonzerns Siemens gezogen, der seine verlustreiche Handy-Sparte inklusive einer kräftigen Finanzspritze an das taiwanesische Unternehmen BenQ abgibt. Laut FAZ verhandeln Infineon und X-Fab auch über längere Arbeitszeiten für die Belegschaft in München-Perlach. "Wir haben das alles mit Interesse zur Kenntnis genommen. Da müssen die natürlich mit uns reden", sagte Leppek. Details aus den Verhandlungen mit X-Fab seien nicht bekannt.

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Infineon 7,467 EUR   +0,16%  0.012
  • dpa, 25.08.2005
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