FTD.de » IT + Medien » IT+Telekommunikation » Täglich Waren für Millionen
  Intelligente Stadt FTD-Serie: Lebensqualität für Millionen

Im Jahr 2050 werden rund 70 Prozent der Menschen in Städten leben. Dies stellt die Metropolen der Erde vor große Aufgaben: Sie müssen Energieversorgung, Verkehr, Sicherheit und Versorgung mit Nahrungsmitteln für zig Millionen Einwohner sicherstellen. Lesen Sie, wie Politiker, Wissenschaftler und IT-Unternehmen sich darauf vorbereiten - und welche Lösungen es schon gibt.

Merken   Drucken   28.06.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Intelligente Stadt: Täglich Waren für Millionen

Es sind gigantische Mengen an Nahrung, Zeitungen, Medikamenten und anderen Waren, die die Menschen in einer Großstadt jeden Tag aufs Neue brauchen. Damit Waren des täglichen Bedarfs pünktlich ans Ziel gelangt, arbeiten Logistiker mit ausgeklügelten Verteilnetzen. In Zukunft sollen GPS-Technik und Funkchips den Lieferverkehr noch effizienter machen. von Jan Oliver Löfken
Große Lastwagen donnern in den frühen Morgenstunden durch die Straßen der Stadt. Tonnenweise liefern sie die Nahrungsmittel, die Millionen von Bürgern innerhalb eines einzigen Tages verzehren werden. Noch bevor die Geschäfte öffnen, gesellen sich ganze Flotten kleinerer Transporter hinzu - beladen mit Postsendungen, druckfrischen Zeitschriften, mit der neuesten Mode oder Ersatzteilen für die Autowerkstatt. Von den Logistikzentren am Stadtrand erstrecken sich ihre Fahrtrouten wie Spinnennetze über die urbanen Ballungszentren.
Mehr als drei Viertel aller Bürger Europas leben in städtischen Ballungsräumen. Sie wollen jeden Tag mit all dem versorgt werden, was sie zum Leben brauchen. Wenig davon wird in der Stadt selbst produziert. So müssen diese Güter täglich schnell und zuverlässig ans Ziel gelangen - zum Supermarkt, ins Schuhgeschäft, zum Zeitungskiosk, in die Apotheke.
"Die Speditionsnetzwerke sind schon sehr effizient", sagt Marcel Huschebeck, Leiter des Bereichs "Research Logistic Systems" bei PTV in Karlsruhe. Lieferengpässe müssen die wenigsten Stadtbewohner befürchten. Aber der Druck auf die Logistikbranche wächst. Bis 2050 wird sich der Güterverkehr in Europa verdoppeln, die Metropolen wachsen weltweit, und Mega-Citys wie Bombay oder Sao Paulo zählen in ein paar Jahren mehr als 20 Millionen Einwohner.
Klimaschutz bleibt ein Problem für Großstädte
Zugleich steigen die Treibstoffkosten. Feinstaub, Kohlendioxid- und Lärmemissionen müssen sinken. Klimaschutz und die Wahrung von Lebensqualität setzen dem Stadtverkehr Grenzen, und Fahrten durch die Innenstadt werden zunehmend beschränkt. Neue Ideen sind gefragt, um unter diesen Bedingungen in Zukunft ausreichend Waren in die Stadt hinein und Abfälle wieder heraus zu transportieren.
Verkehrsforscher und Logistiker setzen auf neue Fahrzeuge, die variabel einsetzbare Kleincontainer tragen. Sie wollen Transportketten verschiedener Unternehmen bündeln und deren Route so führen, dass sie die aktuelle Verkehrslage berücksichtigt. Mit der BESTUFS-Initative - Best Urban Freight Solutions - fördert die Europäische Kommission die Entwicklung dieser Ideen, bis sie reif sind für die Anwendung.
Stadtverwaltungen arbeiten dabei eng mit Frachtunternehmen und Forschern zusammen. "In Public-Private Partnerships können beide Interessenlagen am besten vereint werden", sagt Huschebeck, dessen Firma PTV die BESTUFS-Ideen viele Jahre koordiniert hat. Die Zeiten, in denen städtische Güterlogistik allein von den Unternehmen geplant und umgesetzt wurde, könnten damit vorbei sein.
Piltoprojekt Berlin: Der intelligente Lieferwagen
Das "Smart Truck Projekt" von DHL-Logistik hat für Berlin ähnliche Pläne, um den Güterverkehr zu beschleunigen und gleichzeitig das Klima zu schonen. Seit Ende März liefern Hunderte von Taxis und die DHL-Lieferfahrzeuge aktuelle Verkehrsinformationen über eingebaute GPS-Tracker, also satellitengestützte Ortung. Langsames Tempo zeigt Staus an, flüssige Fahrweise dagegen freie Routen durch das Straßennetz. Eine Zentrale empfängt die Daten, fasst sie zusammen und sendet sie wieder an alle Teilnehmer aus. Eingebaute Routenplaner in den Fahrzeugen passen die Tour entsprechend an. Das spart Fahrtzeit und Treibstoffverbrauch.
"In diesem Pilotprojekt nutzen wir auch RFID-Technik", sagt Keith Ulrich, Leiter des DHL-Forschungszentrum für Logistik in Troisdorf. Legt der Fahrer ein Paket, an dem ein Funkchip haftet, in den Wagen, empfängt der elektronische Routenplaner die Zieldaten und passt die Route automatisch an. Auch wenn in Berlin damit bereits gute Erfahrungen gemacht werden, ist diese Technologie noch zu teuer, um alle Sendungen bundesweit mit den funkenden Datenchips zu bestücken.

Teil 2: Cargo Cap - Güter per Rohrpost

  • FTD.de, 28.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen IT + Medien

Geheimer Smartphone-Prototyp entdeckt? Wir flüstern es Ihnen sofort weiter.

Beispiel   |   Datenschutz
Tweets von FTD.de Tech-News

Weitere Tweets von FTD.de

Internetmarken - News, Info und Bilder
Internetmarken - Die Internetmarken im Überblick

Welches sind die Top-Internetmarken, auf die wir nicht mehr verzichten wollen? Entdecken Sie alle wichtigen News, Hintergrundinformationen, Bilder und Infografiken zu den Top-Internetmarken von Amazon bis Twitter.mehr

 



21:37:24 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,536 EUR   -0,39% 
Apple 465,836 EUR   +2,14% 
Google 472,551 EUR   +0,13% 
Intel 20,926 EUR   +0,37% 
Advanced Micro Devices 6,16 USD   -4,64% 
  29.05. Quiz Kennen Sie die Deutsche Bank?

Die Dienstzeit von Josef Ackermann endet auf der Hauptversammlung am Donnerstag. Anshu Jain und Jürgen Fitschen übernehmen. Eine Zäsur für die Bank. Testen Sie Ihr Wissen über Deutschlands größtes Kreditinstitut!

Zunächst zu den Anfängen des Geldinstituts: In welcher Stadt wurde die Deutsche Bank gegründet?

Quiz: Kennen Sie die Deutsche Bank?

Alle Tests

IT+TELEKOMMUNIKATION

mehr IT+Telekommunikation

MEDIEN+INTERNET

mehr Medien+Internet

COMPUTER+TECHNIK

mehr Computer+Technik

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote