Während die Rivalen Google und Facebook wachsen, schrumpft Yahoo. Immer mehr Marktanteile gibt der Internetpionier ab, das zentrale Geschäftsfeld der Bannerwerbung kontrahiert.
Der schwächelnde Internet-Konzern Yahookann seinen Abwärtstrend nicht stoppen. Im Schlussquartal 2011 gab es erneut weniger Umsatz und Gewinn. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um gut 13 Prozent auf 1,32 Mrd. Dollar. Der Gewinn ging um 5,3 Prozent auf 312 Mio. Dollar zurück, teilte der Internetpionier am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Damit schnitt Yahoo in Nähe der Wall-Street-Erwartungen ab. Die Aktie ging nachbörslich nach anfänglichem Zögern ins Plus und legte zeitweise um 0,70 Prozent zu.
Die Erlöse im Geschäft mit Bannerwerbung, einem Kernbereich von Yahoo, gaben erneut um vier Prozent nach. Das Internet-Urgestein kämpft in dem Bereich mit Rivalen wie Google und Facebook, die Yahoo immer mehr Marktanteile abnehmen. Zuletzt fand der Internet-Konzern nach monatelanger Suche einen neuen Chef als Ersatz für die im Herbst geschasste Carol Bartz. Das Ebay-Manager Scott Thompson soll das Geschäft wieder in Gang bringen. Weiter unklar ist, ob Yahoo größere Konzernteile wie das Asiengeschäft verkaufen könnte. Spekulationen über eine Übernahme des gesamten Unternehmens traten unterdessen wieder in den Hintergrund.
Vergangene Woche machte der Abgang des Mitgründers Jerry Yang aus dem Verwaltungsrat Schlagzeilen. Beobachter bringen den Schritt mit den andauernden Spekulationen über die Zukunft von Yahoo in Verbindung. Der Konzern, der im wichtigen Onlinewerbemarkt immer mehr Boden an Google verloren hatte, prüft einen Verkauf oder die Trennung von den wertvollen Tochtergesellschaften in Asien. In welche Richtung das Pendel nun ausschlägt, ist allerdings weiter unklar.
Yang hatte Yahoo 1995 zusammen mit David Filo gegründet und war von 2007 bis 2009 auch Konzernchef, bevor er sich auf den Verwaltungsratsposten zurückzog. Er galt aber weiterhin als Strippenzieher im Hintergrund. Yang sagte, er habe die Jahre sehr genossen. "Dennoch ist die Zeit reif für mich, anderen Interessen außerhalb von Yahoo nachzugehen."
Neuer Chef soll Umbau vorantreiben
Die Börsianer gehen davon aus, dass sich nach Yangs Abgang etwas bewegt. Zwischenzeitlich wurde etwa über den Einstieg von Finanzinvestoren oder gar des Softwarekonzerns Microsoft spekuliert. Die bisher radikalste, in US-Medien genannte Lösung, war die komplette Übernahme durch die beiden asiatischen Partner Alibaba und Softbank.
Mit Scott Thompson hatte Yahoo erst kürzlich einen neuen Konzernchef vorgestellt. Der von der Ebay-Bezahltochter PayPal herübergewechselte Manager soll den Konzern wieder auf Erfolgskurs bringen. Der Abgang Yangs könnte Thompsons Position stärken und den Umbau voranbringen.
Yahoo hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Der Verwaltungsrat hatte Anfang September die bisherige Konzernchefin Carol Bartz gefeuert. Dem obersten Gremium ging der Umbau des Unternehmens offenbar zu langsam voran. Bartz wollte den als Webverzeichnis gestarteten Konzern zum Anbieter von Medieninhalten umbauen. Doch durchschlagende Erfolge blieben aus.
Bei der Internetsuche hat sich Yahoo notgedrungen mit Microsoft verbündet, um Google Paroli bieten zu können, nachdem Mitgründer Yang selbst einen Verkauf des gesamten Unternehmens für mehr als 40 Mrd. Dollar an den Softwarekonzern verhindert hatte. Heute ist Yahoo nicht mal mehr die Hälfte wert.
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