Kursinformationen und Charts
Die Konkurrenten der Software-Schmiede triumphieren über den Sieg der EU-Kommission über den Konzern. Microsoft sollte nun vor allem endlich bei der Interoperabilität kooperieren, sagte Anwalt Thomas Vinje. Und EU-Wettbewerbskommissarin Nelly Kroes erhofft sich von dem Urteil, dass der Marktanteil von Microsoft jetzt zurückgeht. "Ein Anteil von weit weniger als 95 Prozent wäre ein Weg, um unseren Erfolg zu messen", sagte Kroes am Montag in Brüssel. Auf diesen Wert kommt das Microsoft-Betriebssystem Windows derzeit weltweit. Unter Experten gelten die Erfolgsaussichten der Wettbewerber angesichts der Fülle von neuen und überarbeiteten Microsoft-Produkten allerdings als begrenzt.
Im Markt für Software mit Großrechner, in dem Microsoft im Vergleich mit Linux und anderen Programmen eine ohnehin eher schwache Stellung hat, könnten die Amerikaner allerdings weiter an Boden verlieren. Vor allem die Produzenten alternativer Server-Software hatten immer wieder geklagt, die Programmierung des Microsoft-Systems verhindere eine reibungslose Verbindung mit anderen Server-Technologien.
Wiederholte Klagen gegen die Wettbewerbshüter
Die EU-Kommission hatte sich in ihrem jahrelangen Rechtsstreit am Montag gegen den US-Konzern
Microsoft durchgesetzt. Das Europäische Gericht erster Instanz bestätigte das Vorgehen der Brüsseler Wettbewerbshüter gegen Microsoft auf ganzer Linie. Sowohl die vor drei Jahren verhängte Geldstrafe über 497 Mio. Euro als auch die damit verbundenen Auflagen seien gerechtfertigt, urteilten die Richter in Luxemburg.
Das US-Unternehmen hatte gegen mehrere Geldbußen und Auflagen geklagt, die die europäische Wettbewerbsbehörde verhängt hatte. Die EU-Kommission warf Microsoft vor, seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen auszunutzen und Konkurrenten aus den Märkten für Server-Software und Multimedia-Abspielprogramme zu drängen.
Die EU-Kommission habe Schwere und Dauer des Marktmissbrauchs angemessen geahndet und sich beim Bußgeld nicht geirrt, urteilte das EU-Gericht am Montag in Luxemburg. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes äußerte sich in Brüssel zufrieden: "Das Urteil zeigt, dass die Entscheidung der Kommission richtig war."