Der Handykonzern Nokia kündigt einen erneuten Stellenabbau an. Diesmal sollen 4000 Arbeitsplätzen in Finnland, Mexiko und Ungarn wegfallen. Der Stellenabbau soll in mehreren Phasen im Laufe des Jahres erfolgen.
Der kriselnde Handykonzern Nokia streicht erneut Tausende Stellen. Weitere 4000 Arbeitsplätze sollen in drei Werken in Finnland, Ungarn und Mexiko wegfallen. Ein Teil der Produktion von Smartphones soll nach Asien verlegt werden, wodurch die Kosten weiter gedrückt werden, teilte das finnische Unternehmen am Mittwoch mit. Der Stellenabbau soll in mehreren Phasen im Laufe des Jahres erfolgen. Insgesamt summiert sich damit der Stellenkahlschlag auf 14.500 Arbeitsplätze. Im Telefongeschäft muss damit acht Prozent der Belegschaft gehen.
Die Mehrzahl der Zulieferer sitze in Asien, mit einer Handyproduktion vor Ort ließen sich die Zeiten von der Entwicklung bis zur Marktreife der Telefone verkürzen, hieß es zur Begründung. In den drei Werken sollen sich die verbleibenden Mitarbeiter künftig noch um die Anpassung von Smartphones an die Märkte in Europa und den USA kümmern. In Ungarn sind 2300 Mitarbeiter betroffen, in Mexiko 700, in Finnland 1000.
Die Kostenersparnisse durch die günstigere Produktion in Asien stünden dabei nicht im Vordergrund, sagte ein Sprecher. 2008 hatte Nokia seine Produktion bereits aus Deutschland nach Rumänien verlagert und damit eine Welle des Protests ausgelöst.
Im traditionellen Handygeschäft hat Nokia den rechtzeitigen Einstieg auf die beliebten Smartphones verpasst und kämpft nun mit sinkenden Marktanteilen. Im Schlussquartal war der Gewinn um mehr als 70 Prozent eingebrochen. "Das war klar. Es war eher eine Überraschung, dass die Entscheidung so lange gedauert hat", sagte Steve Brazier von der Technologieforschungsfirma Canalys.
Vor einem Jahr waren die Finnen noch Marktführer bei Smartphones. Der langjährige Branchenprimus steckt gerade in einer harten Übergangsphase: Erst im Herbst vergangenen Jahres kamen die ersten Lumia-Telefone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone auf dem Markt, die Marktanteile von Nokias alter Plattform Symbian sinken rapide.
Auch die Gemeinschaftsfirma mit Siemens, der Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks (NSN), dreht zurzeit an der Sparschraube und kündigte zum Jahresanfang die Streichung jeder dritten Stelle in Deutschland an. Erst Ende Januar gab der Konzern die Schließung des größten deutschen Standortes in München bekannt.
Insgesamt baut Nokia-Chef Stephen Elop damit 30.000 Arbeitsplätze ab. Einschließlich des Nokia Siemens-Geschäfts beschäftigte der Konzern Ende vergangenen Jahres 130.000 Mitarbeiter. Der Kurs der Nokia-Papiere profitierte von der Ankündigung und legte rund ein Prozent zu.
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