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Merken   Drucken   29.12.2010, 11:34 Schriftgröße: AAA

Mangelnder Datenschutz: Apps sind es nicht wert

Leitartikel Rund 300.000 Apps hat allein Apple für sein iPhone im Angebot: Nachrichtenticker sind darunter, kleine Spiele für zwischendurch, Kontoführungshilfen oder auch Restaurantberater. Nur nach einer Datenschutz-App kann man lange suchen.
Dass nun in den USA ein iPhone-Besitzer gegen die Verletzung seiner Privatsphäre klagt, zeigt, wie nötig sie eigentlich wäre. Denn viele der kleinen Programme, die auf Smartphones und Tablet-PC installiert werden können, versenden unkontrolliert Daten über den Nutzer - wo er sich aufhält, welche Seiten er aufruft, wen er in seinem Telefonbuch stehen hat.
HTC Desire   HTC Desire
Bislang haben weder Smartphonehersteller wie Apple , HTC oder Google  noch die Softwareprogrammierer große Anstalten gemacht, den Datenverkehr zu begrenzen. Schließlich profitieren sie davon: Anhand der Daten können sie äußerst präzise Personenprofile erstellen, um passende Werbung auf das Smartphone zu übermitteln.
Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden. Der Nutzer kann so Tipps erhalten, die zu seinem jeweiligen Standort passen. Zudem sind durch die Werbeangebote viele Apps kostenlos. Allerdings sollte niemand die Kontrolle darüber verlieren, welche persönlichen Daten er preisgibt. Smartphones mit GPS-gestützter Ortung, Internetzugang und großer Rechenleistung sind ein junger Markt. Im Hype um jedes neue iPhone scherte sich bislang niemand so recht um Privatsphäre.
Die jetzt angestrengte Sammelklage sollte daher ein Umdenken einleiten, sowohl bei den Anbietern als auch bei den Nutzern. Private Daten sind zu wertvoll, um sie für ein kleines Handyspiel einzutauschen. Dessen müssen sich die Smartphonekäufer bewusst werden. Sie sind ja nicht gezwungen, sämtliche Informationen preiszugeben, sondern könnten etwa Apps auswählen, die nur begrenzt auf private Daten zugreifen.
Apps sind...

 

Apps sind...

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Für App-Programmierer ist das sogar eine Chance: Privatsphärenfreundliche Software hätte dann sogar einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der unsicheren Konkurrenz. Dafür allerdings müssen sie - und auch die Smartphonehersteller - künftig stärker für Transparenz darüber sorgen, was sie erfassen und an wen sie es weiterleiten.
Darüber hinaus ist der Gesetzgeber gefragt. Er muss klarstellen, wer den Datenschutz garantieren muss und bei einem Verstoß haftet. Noch können sich der Softwareprogrammierer, der App-Verkäufer oder der Handyhersteller gegenseitig die Verantwortung zuschieben.
Zudem muss der Nutzer das Recht erhalten, der Weitergabe von Daten zu widersprechen, ohne dass gleich die Funktionalität der Software eingeschränkt ist. Was bei kostenlosen Internetangeboten längst umgesetzt ist, sollte auch für teure Smartphones möglich sein.
20:41:43 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Apple 447,135 EUR   -1,06%  -4.811
Google 471,554 EUR   -1,48%  -7.087
  • FTD.de, 29.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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20:41:43 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32% 
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