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Merken   Drucken   26.01.2012, 08:44 Schriftgröße: AAA

Milliarden in der Kasse: Apples Luxusproblem

Leitartikel Um dieses Problem kann man Timothy Cook, den Apple-Chef, nur beneiden: Was tun, wenn man auf einem Haufen Geld sitzt? Auf so viel Geld, dass man damit locker ein Unternehmen wie Siemens kaufen könnte oder Boeing? Und danach trotzdem noch was übrig hätte? Wohin nur mit 97,6 Mrd. Dollar?
Die Antwort ist einfach. Aber nicht sehr beliebt, wenn es um Technologiekonzerne geht, die vor allem auch mit Zukunftsfantasien handeln; und insbesondere wenn es um Apple geht, den Traumkonzern. Die Antwort lautet: Geben Sie das Geld den Aktionären, Mr Cook! Zahlen Sie endlich wieder eine Dividende!
Apples phänomenale Ergebnisse sind ...

 

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Das ist zwar aus mehreren Gründen ein Sakrileg, aber es wird Zeit, damit zu beginnen. Schon länger gibt es Gerüchte, dass Apple seine prall gefüllte Kriegskasse in diesem Jahr für die Anteilseigner öffnen würde. Doch Finanzchef Peter Oppenheimer druckst noch herum ("Wir diskutieren aktiv, was am besten mit dem Geld zu tun ist"). Apple-CEO Cook gab sich da schon mal lockerer: Er sei nicht religiös eingestellt in dieser Frage. Gut so.
Ja, Steve Jobs, der genialische Firmengründer, hätte das wohl anders gesehen. Er lehnte zu seinen Lebzeiten Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe ab, weil er sie als Gefahr für seine großen Pläne mit Apple gesehen hat, für größere Übernahmepläne zum Beispiel. Selbst wenn es dann - wie zurzeit augenscheinlich auch - mitunter schon an konkreten Projekten mangelte. Man wisse ja schließlich nie, was hinter der nächsten Ecke auf einen warte, erklärte der Meister dann vieldeutig.
Doch auch ein so außergewöhnliches Unternehmen wie Apple ist kein Selbstzweck. Und es ist auch kein Investmentvehikel, das planlos Mittel anhäufen sollte. Wenn die Unternehmensführung bisher keine attraktiven Projekte identifizieren konnte, die diese riesige Kriegskasse rechtfertigen, gehört dieses viele Geld in die Hände der Anteilseigner.
Und selbst wenn die jüngsten Unternehmenszahlen wieder alle Erwartungen übertroffen haben und Analysten das Kursziel für die Apple-Aktie fast täglich nach oben korrigieren: Vergangene Erfolge und Zukunftsfantasien allein sollten keine Grundlage sein, um so viel Geld einfach mal auf gut Glück zu parken.
Ausschüttungen an Aktionäre sind kein Eingeständnis, dass man als Unternehmensleitung keine Ideen mehr für die Zukunft hat oder ein Konzern schon seine beste Zeit hinter sich hat. Auch nicht bei Apple. Wer Dividenden zahlt oder Geld über ein Aktienrückkaufprogramm an seine Anteilseigner ausschüttet, akzeptiert nur eine Selbstverständlichkeit: dass auch die Eigentümer eines Unternehmens gelegentlich mal entscheiden wollen, was mit ihrem Geld geschieht.
09:01:08 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Apple 387,8 EUR   +0,05%  0.201
  • Aus der FTD vom 26.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 26.01.2012 15:22:56 Uhr   bensa: ausschüttung oder insourcing

    Ausschüttung von Dividenden oder Insourcing von Prozessen aus China in die USA?! Beides quatsch. Wir sprechen hier von der Technologiebranche. Keine andere Branche fluktuiert in dem Ausmaß wie es im Technologiezweig geschieht. Apple hat im Moment einen starken Trendfaktor, den hatte Nokia aber auch. Auch dieser Trend wird schwinden sobald jeder ein Iphone besitzt, auch wenn es nur das Smartphone aus 3. Hand sein sollte. Der Apfel verliert an prestige, luxus und andere Merkmale die das Iphone zu etwas Besonderes gemacht haben - wenn nichts neues kommt. Man sieht das Samsung und Softwarehersteller hieraus schon den nutzen erkannt hat. Handys und Software haben die selben/ähnlichen Funktionen wie das Iphone, sind aber um die Makel die das Iphone aufweißt, verbessert.
    Das Geld sollte definitiv in die Entwicklung gesteckt werden, denn durch Innovation und Trend hat Apple den Markt erobert – und nicht Preis, Leistung, Service. Deshalb sollte man vlt keine so große Last auf den Apfel (als Marke)legen und durch Unternehmensübernahmen auch mit anderen starken Marken im Handel mitmischen. Denn wenn der Apfel den Stylefaktor verliert ist er auch schnell wieder da, wo er herkam.

  • 26.01.2012 12:08:40 Uhr   K.Wege: Steuer-Geldwäsche bremst
  • 26.01.2012 11:44:17 Uhr   iAutor: iBank
  • 26.01.2012 10:02:21 Uhr   Michael812: Apple sollte 1/3 Kap. als Dividende auszahle...
  • 26.01.2012 09:49:54 Uhr   Harry W.: Jobs
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