Screenshot der maps.google.com
Wie häufig ist
Microsoft mit seiner virtuellen Erde nicht Pionier, sondern guter Nachahmer. Es war die Suchmaschine
Google , die bereits vor Monaten mit dem Bau ihrer Version der Welt im Netz begonnen hatte. Googles Ziel steht seit der Firmengründung auf der Website: "Die Informationen der Welt zu organisieren und sie universell zugänglich und nützlich zu machen."
Wer darin eine wolkige Absichtserklärung gesehen hatte, wurde im vergangenen Jahr aufgeschreckt: Google kaufte eine riesige Bibliothek mit Satellitenfotos und Luftaufnahmen, zusammen mit einer US-Firma, die den selbsterklärenden Namen Keyhole, "Schlüsselloch", trug. Interessant wird es, wenn man die virtuellen Welten vergleicht: Das Hauptquartier des Rivalen
Apple sieht auf Bill Gates Variante der Erde aus wie Brachland, Google zeigt dort eine andere Realität mit Gebäuden und Bäumen.
Die beiden Konzerne treiben die Erfassung der Welt nun weiter voran: Bald will Google Kleinbusse mit Digitalkameras durch San Francisco schicken, um jedes Haus und jede Straßenecke zu fotografieren. Auch von Microsoft sind Fahrzeuge unterwegs, allerdings erfasst der Softwarekonzern nur die Funknetze.
Selbst in den USA gibt es dafür nicht nur Applaus. Die leistungsfähigen Kartografie- und Ortungstools könnten die Privatsphäre bedrohen, sagt Lee Tien, Anwalt beim US-Interessenverband Electronic Frontier Foundation. Google und Microsoft dürften alles technisch mögliche tun, um den Vorwürfen zu begegnen. Denn statt jemanden auszuspionieren, ist ihr Ziel, über die Karten Suchmaschinen die Tür zu den milliardenschweren Gelbe-Seiten-Anzeigenmärkten zu öffnen. Suchmaschinen-Anzeigen sind nicht genug.