D1 und D2 haben durch ihr Bieterverhalten nicht nur 20 Mrd. DM versenkt, sondern auch ihre Ziele nicht erreicht, sagte Schmid am Freitag in Hamburg. Das Endergebnis der Auktion - sechs Unternehmen teilen sich zwölf Frequenzblöcke - hätte bereits eine Woche früher und wesentlich günstiger erreicht werden können, wenn nicht T-Mobil und Mannesmann versucht hätten, eines der kleineren Unternehmen zu überbieten. Erst nach den Signalen der Börse haben sich beide besonnen, sagte Schmid.
Nun hätten die beiden deutschen Marktführer nur kleine Lizenzen bekommen und damit ihre Reichweite eingeschränkt. Beide Konzerne hielten zur Zeit noch einen Anteil am Mobilfunk von zusammen 90 Prozent. Rein technisch könnten sie mit zwei Frequenzblöcken aber nur noch jeweils 25 Prozent Marktanteil erreichen, so dass 40 Prozent frei würden. Das ist eine sehr gute Nachricht für uns, sagte Schmid. Alle Unternehmen mit Lizenz würden nun versuchen, schnellsten einen Massenmarkt zu entwickeln und möglichst viele Kunden zu gewinnen. Das garantiere intensiven Wettbewerb. Dass der Verbraucher die Zeche für die Lizenzkosten bezahlt, ist Quatsch, sagte der Mobilcom-Chef. Für den Verbraucher kommt das Schlaraffenland.
Schmid äußerte sich positiv über das Auktionsverfahren und die Rolle von Klaus-Dieter Scheurle, dem Chef der Regulierungsbehörde. Besser hätte man es nicht machen können, sagte er. Die Lizenz für Mobilcom sei optisch teuer, der Preis wäre im internationalen Vergleich dennoch angemessen. Je Einwohner kostete eine Lizenz in Deutschland rund 100 Euro, in Großbritannien dagegen 117 bis 119 Euro. Die Lizenz ist so viel wert, wie man daraus macht, sagte er. Sein Unternehmen werde schnellstens das Netz aufbauen und neue Dienste entwickeln sowie sich mit einer Bank zusammentun oder selbst eine gründen. Allein in diesem Jahr werde Mobilcom durch UMTS 500 neue Mitarbeiter benötigen.